Nach einem Wochengewinn von rund 7,6 Prozent hat die Nebius-Aktie eine ungewöhnliche Marke erreicht: Der Schlusskurs am Freitag lag bei 231,09 Dollar — und damit hauchdünn über dem durchschnittlichen Analystenkursziel von 230,77 Dollar. Der Kurs hat die Erwartungen eingeholt. Jetzt muss das Unternehmen liefern.
Institutioneller Käufer löst Donnerstags-Rally aus
Den entscheidenden Impuls gab ein Meldung vom Donnerstag. Der Fonds Situational Awareness, geführt vom ehemaligen OpenAI-Mitarbeiter Leopold Aschenbrenner, gab bekannt, rund 12,41 Millionen Nebius-Aktien zu halten. Das entspricht etwa fünf Prozent des Unternehmens. Die Aktie sprang daraufhin um 8,62 Prozent auf 226,34 Dollar — ein Zweiwochenhoch. Am Freitag legte sie weitere 2,10 Prozent zu.
Der Wochenstart verlief holpriger. Dienstag brachte ein Minus, Mittwoch kaum Bewegung. Erst der Donnerstag drehte die Stimmung.
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Quartalszahlen als Fundament
Hinter dem Kursanstieg steckt mehr als ein prominenter Investor. Mitte Mai hatte Nebius Erstquartalszahlen für 2026 vorgelegt, die den Markt aufhorchen ließen. Der Umsatz kletterte auf 399,0 Millionen Dollar — ein Plus von 684 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA drehte von einem Verlust von 53,7 Millionen Dollar auf einen Gewinn von 129,5 Millionen Dollar.
Auf diese Zahlen folgte am 13. Mai ein Kurssprung von 15,72 Prozent. Am 21. Mai kamen weitere 14,65 Prozent hinzu. Seit Ende April hat die Aktie damit rund 67 Prozent zugelegt.
Technisch überdehnt, fundamental neu bewertet
Der RSI liegt bei 66,92 — noch kein überkauftes Signal, aber nah dran. Aussagekräftiger ist der Abstand zu den gleitenden Durchschnitten: Der 50-Tage-Schnitt liegt bei 159,00 Dollar, der 200-Tage-Schnitt bei 112,59 Dollar. Der aktuelle Kurs liegt rund 49 Prozent über dem 50-Tage-Schnitt und gut 108 Prozent über dem 200-Tage-Schnitt. Die Bewegung war schnell und steil.
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Nächste Unterstützung liegt beim Donnerstag-Schlusskurs von 226,34 Dollar, darunter beim Vorwochenschluss von 214,77 Dollar.
Konsens gespalten
Unter den 15 von S&P Global befragten Analysten herrscht kein einheitliches Bild. Citi, Goldman Sachs und Northland Securities empfehlen den Kauf. D.A. Davidson und Morgan Stanley votieren mit „Hold“. Das Kursziel-Spektrum reicht von 120 bis 291 Dollar, der Median liegt bei 248 Dollar — das entspricht noch rund sieben Prozent Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kurs.
Das Median- und das Höchstziel lassen also noch Luft nach oben. Das Durchschnittsziel hingegen ist bereits überschritten. Für die nächsten Wochen rücken damit Kapazitätsausbau, Umsatzentwicklung und die Frage in den Vordergrund, ob Nebius das neue Bewertungsniveau mit konkreten Zahlen untermauern kann.
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