658 Prozent Kursgewinn in zwölf Monaten — und trotzdem schließt die Aktie die Woche mit einem Rücksetzer. Nebius steht vor seinem ersten Quartalsbericht des Jahres, und die Erwartungen könnten kaum weiter auseinanderliegen.
Analysten uneins über die Bewertung
Am 29. April legt Nebius seine Q1-Zahlen vor. Der Zeitpunkt ist heikel. Im vierten Quartal 2024 wuchs der Umsatz um 547 Prozent auf 228 Millionen Dollar. Das jährlich wiederkehrende Umsatzvolumen (ARR) erreichte 1,2 Milliarden Dollar zum Jahresende. Erstmals erzielte das Unternehmen ein positives bereinigtes EBITDA auf Gruppenebene.
Für 2026 plant Nebius Erlöse zwischen 3,0 und 3,4 Milliarden Dollar. Die bereinigte EBITDA-Marge soll rund 40 Prozent erreichen. Das operative Ergebnis bleibt jedoch negativ.
Die Analystengemeinschaft ist gespalten. Neun Kaufempfehlungen stehen zwei Halteempfehlungen gegenüber. Goldman Sachs hob das Kursziel auf 205 Dollar an — nach dem 27-Milliarden-Dollar-Vertrag mit Meta. Bank of America folgte mit einem Ziel von 175 Dollar. Freedom Capital Markets stufte die Aktie hingegen auf „Hold“ zurück, trotz eines erhöhten Kursziels von 154 Dollar. Wolfe Research initiierte die Coverage mit „Peer Perform“ und verwies auf Ausführungsrisiken beim schnellen Infrastrukturaufbau.
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Der Konsens-Zielkurs liegt bei 167,70 Dollar. Beim Schlusskurs von 147,48 Dollar am Freitag entspricht das einem Aufwärtspotenzial von rund 14 Prozent.
Morningstar sieht massiven Bewertungsaufschlag
Morningstar rechnet deutlich vorsichtiger. Der faire Wert liegt laut den Analysten bei 68 Dollar — die Aktie handelt damit mit einem Aufschlag von 845 Prozent. Die Unsicherheitseinstufung: „sehr hoch“.
Der Grund ist greifbar. Nebius verbrennt Kapital in erheblichem Umfang. Der Verlust betrug im vergangenen Jahr 447 Millionen Dollar, 87 Prozent mehr als im Jahr davor. Für 2026 plant das Unternehmen Investitionen zwischen 16 und 20 Milliarden Dollar. Dafür braucht es frisches Eigenkapital und Fremdkapital.
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Das Wachstumsziel ist ambitioniert: Bis Ende 2026 soll der jährliche Umsatz-Run-Rate auf 7 bis 9 Milliarden Dollar steigen. Zum Jahresende 2025 lag er bei 1,25 Milliarden Dollar. Die Zahl der Rechenzentren soll von sieben auf 16 wachsen.
Wettbewerb mit CoreWeave
Parallel läuft die Debatte über Nebius‘ Positionierung gegen CoreWeave. Meta verpflichtete sich kürzlich zu Ausgaben von 21 Milliarden Dollar bei CoreWeave — kurz nachdem der Konzern bis zu 27 Milliarden Dollar mit Nebius vereinbart hatte. CoreWeave konzentriert sich auf GPU-Kapazitäten. Nebius bietet eine breitere Plattform für KI-Entwicklung.
Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von Nebius liegt bei 6,28 — deutlich unter CoreWeaves 10,15. Fred Alger Management hob Nebius im Q1-Investorenbrief als wichtigen Portfoliobeitrag hervor und verwies auf den Meta-Vertrag sowie das erstmalig positive bereinigte EBITDA.
Am 29. April zeigt sich, ob das operative Momentum die hohen Erwartungen trägt. Die Pipeline-Erstellung soll im ersten Quartal die Marke von 4 Milliarden Dollar überschreiten — bei durchschnittlichen Verkaufspreisen, die für längerfristige Verträge um mehr als 50 Prozent gestiegen sind.
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