Knapp 46 Milliarden Dollar an vertraglich gesichertem Auftragsvolumen — und die Aktie notiert seit Wochen um die 100-Dollar-Marke. Bei Nebius klaffen Wachstumsstory und Kursentwicklung derzeit weit auseinander. Was steckt dahinter?
Auftragsvolumen übersteigt den Börsenwert
Das Auftragspolster von Nebius ist beeindruckend. Ein Fünfjahresvertrag mit Meta Platforms über bis zu 27 Milliarden Dollar, eine frühere Vereinbarung mit Microsoft über ähnliche Laufzeit sowie eine strategische Partnerschaft mit Nvidia summieren sich auf rund 46 Milliarden Dollar an kontraktiertem Geschäft. Der aktuelle Börsenwert liegt bei etwa 28 Milliarden Dollar — das Auftragsvolumen übersteigt ihn also deutlich.
Die Wachstumszahlen für das Geschäftsjahr 2025 untermauern den Ruf als eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen im KI-Infrastrukturbereich: Der Umsatz stieg auf 529,8 Millionen Dollar, ein Plus von 479 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein im vierten Quartal legte der Umsatz um 547 Prozent zu. Der operative Cashflow aus dem laufenden Geschäft drehte mit 401,9 Millionen Dollar erstmals ins Positive.
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Analysten sehen erhebliches Kurspotenzial
Die Stimmung unter Analysten bleibt trotz der Kursstagnation eindeutig positiv. Acht Analysten bedecken die Aktie, alle mit Kaufempfehlung — das Konsens-Kursziel liegt bei 168,88 Dollar, rund 65 Prozent über dem aktuellen Niveau.
Bank of America initiierte die Coverage mit einem Kursziel von 150 Dollar. DA Davidson und BWS Financial hoben ihre Ziele auf jeweils 200 Dollar an. Citi-Analyst Tyler Radke beschreibt Nebius als aufstrebenden KI-Hyperscaler mit vollständiger Stack-Architektur, die von eigenem Rechenzentrumsdesign bis hin zu Inferenz- und agentischen Diensten reicht — kein reiner GPU-Vermieter also.
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Hohe Bewertung, hoher Kapitalbedarf
Die Kehrseite der Wachstumsstory ist die Bewertung. Die Aktie wird mit mehr als dem 40-fachen des Verhältnisses von Unternehmenswert zu Umsatz gehandelt — ein Niveau, das kaum Spielraum für Enttäuschungen lässt. Beim letzten Quartalsbericht verfehlte Nebius die Umsatzerwartungen leicht.
Hinzu kommt der enorme Kapitalbedarf. Nebius plant, bis Ende 2026 zwischen 800 Megawatt und 1 Gigawatt aktiver Rechenzentrumskapazität aufzubauen und die kontraktierte Kapazität auf 3 Gigawatt zu steigern. Bis 2030 sollen es mehr als 5 Gigawatt sein. Eine Wandelanleihe über 4,33 Milliarden Dollar sowie die 2-Milliarden-Investition von Nvidia sollen den Kapitalbedarf für 2026 weitgehend abdecken — das Ausführungsrisiko bleibt dennoch erheblich.
Quartalszahlen als nächster Prüfstein
Am 29. April 2026 legt Nebius die Ergebnisse für das erste Quartal vor. Das Management peilt für Ende 2026 einen annualisierten Umsatz von 7 bis 9 Milliarden Dollar an — gemessen am aktuellen Auftragsbestand eine ambitionierte, aber nicht unrealistische Zielmarke. Ob die Aktie aus ihrer engen Handelsspanne ausbricht, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob dieser erste Quartalsbericht des Jahres die hohen Erwartungen erfüllt.
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