Nebius hat binnen weniger Wochen gleich zwei schwergewichtige Nachrichten geliefert: eine Partnerschaft mit Palantir Technologies und Quartalszahlen, die deutlich über den Erwartungen lagen. Der Aktienkurs reagierte darauf mit einem Wochenplus von 14 Prozent und notierte zuletzt bei 207,00 Euro.
Palantir kürt Nebius zum bevorzugten Infrastrukturpartner
Am 8. September gab Palantir Technologies bekannt, Nebius als bevorzugten Partner für souveräne KI-Infrastruktur zu benennen. Die Vereinbarung sieht vor, dass Nebius seine KI-native Rechen- und Cloud-Plattform in Palantirs Unternehmensumgebung integriert.
Für Palantirs Firmenkunden erweitert sich damit das Angebot an Infrastrukturoptionen, während Nebius einen zusätzlichen Vertriebsweg für seine Rechenkapazitäten in Unternehmensumgebungen gewinnt. Der Markt wertete die Ankündigung als Bestätigung der strategischen Positionierung von Nebius im wachsenden Segment der KI-Cloud-Dienste.
Quartalszahlen übertreffen Erwartungen deutlich
Bereits am 12. August hatte Nebius für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 582,3 Millionen Dollar gemeldet – ein Plus von 454 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahlen lagen über den Analystenschätzungen und ließen die Aktie im vorbörslichen Handel um 12 Prozent steigen. Das bereinigte EBITDA drehte von einem Verlust von 21 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf einen Gewinn von 236,2 Millionen Dollar.
Im selben Quartal schloss Nebius vier KI-Cloud-Verträge ab, deren Gesamtvertragswert jeweils die Marke von einer Milliarde Dollar überschritt. Das Unternehmen bestätigte zudem seinen Ausblick für das Gesamtjahr 2026. Diese Kombination aus hohem Auftragsvolumen und operativer Profitabilität stützt die These, dass Nebius den Sprung von reinem Wachstum zu tragfähiger Wirtschaftlichkeit schafft.
Milliardenschwere Finanzierung sichert Kapazitätsausbau
Um den Ausbau seiner Rechenzentren zu finanzieren, platzierte Nebius am 24. August Wandelschuldverschreibungen privat bei institutionellen Investoren.
Das Gesamtvolumen belief sich auf rund 5,75 Milliarden Dollar, aufgeteilt in eine Tranche über 3,45 Milliarden Dollar zu 0,50 Prozent Zins mit Fälligkeit 2030 sowie eine zweite Tranche über 2,3 Milliarden Dollar zu 4,50 Prozent mit Fälligkeit 2034. Das ursprünglich angekündigte Basisangebot war zuvor von 4,5 Milliarden auf 5,0 Milliarden Dollar aufgestockt worden, bevor zusätzlich ausgeübte Mehrzuteilungsoptionen das endgültige Volumen auf die genannten 5,75 Milliarden Dollar erhöhten.
Parallel dazu tauschte Nebius bestehende Wandelanleihen im Volumen von 400 Millionen Dollar zu 2,00 Prozent (Fälligkeit 2029) sowie weitere 400 Millionen Dollar zu 3,00 Prozent (Fälligkeit 2031) in privat verhandelten Transaktionen gegen rund 15,8 Millionen Class-A-Stammaktien. Diese Maßnahme reduziert künftige Schuldendienstverpflichtungen, verwässert im Gegenzug aber die Anteile bestehender Aktionäre.
Institutionelles Interesse bleibt hoch
Die jüngste Berichtsperiode zeigt zudem ein reges Interesse professioneller Investoren: 635 institutionelle Anleger bauten ihre Positionen in Nebius aus, während 297 ihre Bestände reduzierten. Das Bild eines überwiegend zukaufenden institutionellen Lagers passt zur fundamentalen Entwicklung des Unternehmens, das operative Profitabilität mit weiterhin hohem Wachstumstempo verbindet.
Mit Blick auf die Kursentwicklung bleibt der Titel trotz des jüngsten Anstiegs noch rund ein Fünftel unter seinem 52-Wochen-Hoch von 261,00 Euro entfernt. Die Kombination aus Großkundenpartnerschaft, robusten Zahlen und gesicherter Finanzierung liefert der Aktie derzeit mehrere tragende Argumente zugleich.
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