Aus 91 Millionen Dollar wurden 530 Millionen — in einem einzigen Jahr. Nebius Group hat mit seinem Jahresbericht für 2025 Wachstumszahlen vorgelegt, die selbst im aufgeheizten KI-Sektor herausstechen. Was die Zahlen allerdings auch offenbaren: Hinter der Hyperwachstums-Fassade lauern Governance-Risiken, die Investoren nicht ignorieren können.
Wachstum, das kaum Vergleiche kennt
Der Umsatz kletterte um 479 Prozent auf 529,8 Millionen Dollar. Das vierte Quartal allein lieferte 227,7 Millionen Dollar — ein Plus von 547 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders bemerkenswert: Das bereinigte EBITDA des Kerngeschäfts drehte von einem Verlust von 128,5 Millionen Dollar im Jahr 2024 auf einen positiven Wert von 59 Millionen Dollar. Der Schwung kommt nicht von ungefähr — in Q3 und Q4 war die Kapazität wiederholt ausverkauft, die Nachfrage überstieg schlicht das Angebot.
Für 2026 stellt das Management eine Umsatzverdreifachung bis Versechsfachung in Aussicht: Die Guidance lautet 3,0 bis 3,4 Milliarden Dollar. Das setzt voraus, dass der massive Infrastrukturausbau planmäßig läuft — neun neue Rechenzentren sind angekündigt, die Investitionsausgaben für 2026 sollen zwischen 16 und 20 Milliarden Dollar liegen.
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Kontrollmängel in einer kritischen Wachstumsphase
Neben den Wachstumszahlen offenbart der Jahresbericht zwei wesentliche Schwächen in der internen Kontrolle: bei der Erfassung von Anlagevermögen und bei der Umsatzerfassung der Bildungsplattform TripleTen. Das Management führt die Mängel auf das rasante Wachstum und die Komplexität nach einer Veräußerung im Jahr 2024 zurück. Zwei von drei früheren Schwachstellen wurden bereits behoben — die verbleibende Remediation soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Solange die Kontrollen nicht dauerhaft wirksam funktionieren, besteht ein erhöhtes Risiko unentdeckter Fehler in der Berichterstattung. Das ist kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren — zumal Nebius gleichzeitig einen der aggressivsten Kapazitätsaufbaus der Branche stemmt. Mehr als 2 Gigawatt Strom sind bereits vertraglich gesichert, bis Ende 2026 sollen es über 3 Gigawatt sein.
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Gründer kontrolliert die Mehrheit der Stimmen
Ein weiteres Thema, das der Bericht beleuchtet: die Machtkonzentration. Ein Familientrust von Gründer Arkady Volozh hält Class-B-Aktien mit rund 52 Prozent der Stimmrechte — bei einem wirtschaftlichen Anteil von nur etwa 11 Prozent. Zusammen mit CEO, Direktoren und weiteren Insidern kontrolliert die Gründerseite rund 59 Prozent der Stimmen. Nebius qualifiziert sich damit als „Controlled Company“ nach Nasdaq-Regeln, was bestimmte Corporate-Governance-Anforderungen außer Kraft setzt.
Was am 13. Mai zählt
Am 13. Mai 2026 legt Nebius die Zahlen für das erste Quartal 2026 vor — vor Börseneröffnung, mit anschließender Telefonkonferenz um 14:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Es ist der erste Prüfstein dafür, ob die ambitionierte Jahresguidance trägt. Die Aktie notiert nach einem Anstieg von rund 87 Prozent seit Jahresbeginn bei etwa 141 Dollar — der Markt hat bereits viel eingepreist. Ob die Quartalszahlen das rechtfertigen, hängt vor allem davon ab, wie schnell Nebius die neuen Kapazitäten in Umsatz verwandeln kann.
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