Nel ASA kommt am Freitag kaum voran. Der Kurs gewinnt lediglich 0,3 %, der Börsenwert des norwegischen Wasserstoffunternehmens liegt bei rund 325 Millionen Euro. Für den Ausbau des PEM-Geschäfts in Europa setzt Nel nun auf eine engere Zusammenarbeit mit dem schottischen Energiedienstleister Hydrasun. Beide Unternehmen haben einen Rahmenvertrag für die modulare MC Series geschlossen. Hydrasun übernimmt künftig die Rolle des europäischen Integrationspartners und errichtet dafür in Aberdeen eine Anlage zur Montage der Nel-Elektrolyseure. Vorgesehen sind Systeme mit Leistungen von 1,25 und 2,5 Megawatt.

Die PEM-Stacks werden weiterhin im Nel-Werk in Wallingford im US-Bundesstaat Connecticut produziert. Nach der Lieferung nach Schottland übernimmt Hydrasun die Endmontage und Integration der kompletten Systeme. Auch die Beschaffung und Fertigung der sogenannten Balance-of-Plant-Komponenten, also der technischen Peripherie rund um den Elektrolyseur, liegt beim schottischen Partner. Durch die Montage in Aberdeen müssen keine kompletten Elektrolyseanlagen mehr aus den USA nach Europa transportiert werden. Nel kann dadurch Transportwege verkürzen und europäische Projekte näher am Kunden betreuen. Für Vorhaben in Großbritannien und rund um die Nordsee entsteht damit ein regionaler Anlaufpunkt für Integration und Montage.

Unterstützt wird der Aufbau durch den schottischen Just Transition Fund. Er stellt 1,9 Millionen Pfund bereit. Hydrasun will mit dem Projekt bis zu zwölf zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und elf vorhandene Stellen sichern.

In Europa präsenter, aber es reicht noch nicht

Für Nel erweitert die Vereinbarung die europäische Präsenz, ohne die Fertigung der technologisch wichtigen PEM-Stacks aus den USA zu verlagern. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 500 Mitarbeiter in fünf Ländern und begeht in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen.

Die neue Zusammenarbeit in Aberdeen ergänzt damit die vorhandenen Produktionskapazitäten um eine europäische Endmontage. Wie schnell daraus zusätzliche Erlöse entstehen können, lässt sich aus dem Rahmenvertrag noch nicht ableiten.