Bei Nel ASA ist es derzeit still geworden. Nach dem turbulenten Sommer mit CEO-Wechsel und belasteten Quartalszahlen gibt es aktuell keine neuen Unternehmensmeldungen, die den Kurs bewegen könnten. Die Aktie notiert bei 0,1932 Euro und legt am heutigen Freitag um 1,1 Prozent zu.
Das zweite Quartal wirkt nach
Die letzten harten Fakten stammen vom Quartalsbericht Mitte Juli. Der norwegische Elektrolyseur-Hersteller meldete für das zweite Quartal Erlöse aus Kundenverträgen von 153 Millionen norwegischen Kronen, ein Rückgang von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Gesamterlöse und -erträge summierten sich auf 182 Millionen Kronen, nach 215 Millionen im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Deutlich schwerer wog das operative Ergebnis: Das EBITDA rutschte auf minus 155 Millionen Kronen ab, verglichen mit minus 86 Millionen im zweiten Quartal des Vorjahres. Belastet wurde die Bilanz zusätzlich durch einen Sondereffekt von 70 Millionen Kronen im Zusammenhang mit der Einigung im Fall Iwatani. Diese Position drückte das Ergebnis einmalig, hat aber mit dem operativen Geschäft wenig zu tun.
Ein Lichtblick blieb der Auftragseingang. Mit 230 Millionen Kronen legte dieser im Vergleich zum Vorjahresquartal um 224 Prozent zu – ein Signal, dass die Nachfrage nach Elektrolyseur-Technologie trotz der schwachen Umsatzentwicklung im laufenden Geschäft anzieht. Für Anleger bleibt dieser Wert der wichtigste Frühindikator, ob sich die Talsohle bei Nel allmählich abzeichnet.
Kursverlauf bleibt angespannt
Das operative Bild passt zur Kursentwicklung der vergangenen Wochen. Auf 30-Tage-Sicht verliert die Aktie 2,3 Prozent, und vom 52-Wochen-Hoch bei 0,3655 Euro, erreicht Ende Mai, trennen das Papier inzwischen 47 Prozent. Die Erholung vom jüngsten Jahrestief bleibt bislang moderat.
Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei rund 352 Millionen Euro. Damit bewertet der Markt Nel weiterhin deutlich unter dem Niveau, das die Aktie noch vor einem Jahr erreichte.
Personalie CEO bleibt im Hintergrund präsent
Die im Juni angekündigte Personalveränderung an der Unternehmensspitze wirkt im aktuellen Kursverlauf weiterhin nach, auch wenn seither keine neuen Details zur Nachfolge bekannt wurden. Für die Anleger dürfte entscheidend sein, ob der künftige CEO den positiven Trend beim Auftragseingang in nachhaltiges Umsatzwachstum übersetzen kann. Solange dazu keine neuen Informationen vorliegen, bleibt die Aktie in einer Wartephase.
Der nächste Termin, der neue Substanz liefern dürfte, ist der Bericht zum dritten Quartal. Bis dahin dürfte sich der Kurs vor allem an der allgemeinen Stimmung für Wasserstoff-Werte sowie an technischen Marken orientieren, nachdem fundamentale Impulse derzeit fehlen.
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