Noch im Mai kamen gute Nachrichten für die Nel Asa auf, die das Papier auf zeitweise 0,35 Euro nach oben drückten. Gestern ging es mal wieder unter die Marke von 0,20 Euro auf 0,197 Euro. Das entsprach einem kleinen Tagesverlust in Höhe von in etwa 0,5 %. Die Aktie ist trotz aller Bemühungen des Unternehmens klar unter Wasser.
Dabei sollte das neue druckalkalischen PA-Series den Blick auf die nächste Entwicklungsstufe seiner Elektrolyse-Technologie richten, so hoffte es Nel Asa. Die Plattform soll die Produktionskosten deutlich senken, bis zu 80 % weniger Platz benötigen und den Einsatz in größeren Wasserstoffprojekten erleichtern. Am Standort Herøya plant das Unternehmen, die Fertigungskapazität bis Ende 2026 auf 500 Megawatt auszubauen und im Jahr 2027 auf 1 Gigawatt zu erhöhen. Das Management rechnet in diesem Zusammenhang mit ersten größeren kommerziellen Aufträgen für die neue Produktgeneration.
Nel Asa: An sich könnte es voran gehen!
Auch der Ausbau der europäischen Wasserstoffinfrastruktur stützt die langfristigen Perspektiven. Deutlich höhere Buchungen für das geplante deutsche Wasserstoff-Pipelinenetz gelten als Hinweis auf einen steigenden Bedarf an Elektrolyseuren. Kurzfristig schlägt sich diese Entwicklung allerdings noch nicht in den Geschäftszahlen nieder, da zwischen Auftragseingang, Projektumsetzung und Umsatzrealisierung weiterhin erhebliche Zeitabstände liegen. Die Zahlen im 2. Quartal hatten dies belegt:
Die operative Entwicklung zeigt weiterhin zwei unterschiedliche Seiten. Im zweiten Quartal stieg der Auftragseingang um 224 % auf 230 Millionen norwegische Kronen, wobei 96 % auf die PEM-Technologie entfielen. Gleichzeitig sank der Umsatz um 12 % auf 153 Millionen norwegische Kronen. Das EBITDA lag bei minus 155 Millionen norwegische Kronen und wurde zusätzlich durch den Rechtsvergleich mit Iwatani über 7,5 Millionen US-Dollar belastet. Der überraschende Abschied von CEO Håkon Volldal verstärkte die Unsicherheit zusätzlich.
JPMorgan reduzierte das Kursziel von 2,90 auf 1,80 norwegische Kronen und bestätigte die Einstufung „Hold“. Auch Jefferies äußerte sich vorsichtiger und verweist wie andere Analysten auf den langsamen Übergang von einem hohen Auftragsbestand zu einer nachhaltig profitablen Geschäftsentwicklung. Die Vorzeichen sehen düsterer aus. Nur Trader werden sich für dieses Papier in dieser Verfassung auch kurzfristig interessieren. Dann kann alles passieren.
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