Am Freitag kann sich die Nel-Aktie etwas erholen. Das Papier steigt in Deutschland um rund 0,4 % auf etwa 0,194 Euro. Von einer echten Trendwende kann damit noch keine Rede sein. Der norwegische Wasserstoffwert bleibt auf einem Kursniveau, das die jahrelange Enttäuschung der Anleger widerspiegelt.

Nel Asa steckt weiterhin richtig fest!

Der gesamte Wasserstoffsektor liefert derzeit ein uneinheitliches Bild. Die Hoffnung auf niedrigere US-Zinsen sorgt bei einzelnen Titeln für Kaufinteresse. Besonders Bloom Energy konnte davon profitieren. Der Rest der Branche hinkt deutlich hinterher. Für Nel Asa ist das ein bekanntes Problem. Wasserstoffaktien reagieren empfindlich auf Zinsen, weil viele Projekte hohe Anfangsinvestitionen benötigen und ihre Erträge erst über lange Zeiträume erwirtschaften. Niedrigere Finanzierungskosten können deshalb die Wirtschaftlichkeit neuer Elektrolyseurprojekte verbessern.

Die jüngsten Unternehmenszahlen vom Juli zeigen, dass Nel noch einen langen Weg vor sich hat. Das Unternehmen schrieb im letzten berichteten Quartal einen höheren Verlust. Positiv entwickelte sich der Auftragseingang, der kräftig zulegen konnte.

Für Anleger ist gerade diese Kombination entscheidend. Neue Aufträge zeigen, dass Elektrolyseure und Wasserstoffanlagen weiterhin nachgefragt werden. Entscheidend ist, ob Nel diese Aufträge zu Preisen abwickeln kann, die irgendwann nachhaltige Gewinne ermöglichen.

Die Wasserstoffbranche hat in den vergangenen Jahren eine harte Neubewertung erlebt. Viele Projekte wurden angekündigt, später verschoben oder neu kalkuliert. Hohe Zinsen, gestiegene Baukosten und langsame politische Genehmigungen haben die Umsetzung erschwert. Unternehmen wie Nel Asa und Plug Power produzieren permanent Verluste. Die Aktie von Nel Asa ist daher auch nur noch rund 350 Millionen Euro insgesamt wert. Aktuell dürften sich nur Trader für den Titel interessieren, so die Beobachter!