Immer noch changiert die Aktie von Nel Asa rund um die Marke von 0,20 Euro auf niedrigem Niveau. Die Notierungen sind weit weniger als 400 Millionen Euro wert. Nun kommt es wohl zur Entscheidung.
Die Führung geht
Bei Nel ASA steht nicht nur das Geschäft vor einer wichtigen Phase, sondern auch die Führung des Unternehmens. CEO Håkon Volldal hat seinen Abschied angekündigt und wird aufgrund der sechsmonatigen Kündigungsfrist voraussichtlich Mitte Dezember 2026 ausscheiden. Der Verwaltungsrat muss damit parallel zur laufenden Transformation einen Nachfolger finden. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Aufgabe, aus einer wachsenden Zahl von Aufträgen ein nachhaltig tragfähiges Geschäft zu entwickeln.
Auf der Nachfrageseite gibt es dafür durchaus neue Anhaltspunkte. Der Auftragseingang erreichte im zweiten Quartal 230 Millionen norwegische Kronen und lag damit 224 % über dem Vorjahreswert. Rund 96 % der Neubestellungen entfielen auf den PEM-Bereich. Zusätzlich erhielt Nel unter anderem einen Auftrag über 7 Millionen US-Dollar für Anlagen in den USA. Der Konzern baut zugleich seine Fertigung am Standort Herøya aus und strebt dort bis 2027 eine Kapazität von 1 Gigawatt an.
Mit der PA-Series kommt eine weitere Technologie hinzu, die Nel im Markt positionieren will. Die im Mai vorgestellte druckalkalische Plattform soll den benötigten Platz deutlich verringern und zugleich die Investitionskosten reduzieren. Nach Angaben des Unternehmens beträgt die mögliche Flächeneinsparung 80 %, während die Investitionskosten um 40 bis 60 % sinken sollen. Der kommerzielle Erfolg dieser Plattform dürfte damit für die weitere Entwicklung des Geschäfts an Bedeutung gewinnen.
Die jüngst publizierten Zahlen zeigen allerdings, dass die höhere Nachfrage bislang noch nicht vollständig in der Gewinn- und Verlustrechnung ankommt. Die Umsätze aus Kundenverträgen schrumpften im zweiten Quartal um 12 % auf 153 Millionen Kronen. Gleichzeitig weitete sich der EBITDA-Verlust auf 155 Millionen Kronen aus. Hinzu kam eine Belastung von 70 Millionen Kronen aus dem Vergleich mit Iwatani. Der starke Auftragseingang steht somit weiterhin einer schwachen laufenden Profitabilität gegenüber.
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