Die Norweger von Nel Asa sind am Freitag um rund -0,4 % nach unten gefallen. Die Aktie kam mit gut 1,94 Euro im Ziel an. Die Notierungen reflektieren den Umstand, dass die Norweger schlechte Vorzeichen mitbringen. Die jüngsten Zahlen von Mitte Juli haben noch keine Aktualisierung erfahren.

Nel Asa hat hohe Auftragsbestände, mehr nicht

Nel ASA muss derzeit einen schwierigen Spagat bewältigen: Der Auftragseingang liefert einen Lichtblick, während die operative und finanzielle Lage weiterhin Fragen aufwirft. Im zweiten Quartal wuchs der Auftragseingang um 224 % auf 230 Mio. NOK. Der Auftragsbestand erreichte 1,213 Mrd. NOK. Dem steht jedoch ein Umsatzrückgang von rund 12 % auf 153 Mio. NOK gegenüber. Noch problematischer ist der EBITDA-Verlust von 155 Mio. NOK.

Damit verschiebt sich die entscheidende Anlegerfrage. Es geht nicht mehr allein darum, ob Nel neue Aufträge gewinnen kann. Entscheidend ist, ob aus diesen Bestellungen mit ausreichender Geschwindigkeit Umsätze, Cashflow und letztlich positive Margen entstehen. Die zeitliche Lücke zwischen Auftragseingang und Umsatzrealisierung kann für das Unternehmen teuer werden, weil gleichzeitig laufende Kosten finanziert werden müssen.
Einen gewissen Spielraum bietet die Bilanz. Ende des zweiten Quartals verfügte Nel über rund 1,328 Mrd. NOK an Barmitteln. Dieser Bestand kann dem Unternehmen Zeit verschaffen, die vorhandene Pipeline abzuarbeiten und die offene Vorstandsnachfolge zu klären. Ein unmittelbarer Finanzierungsengpass wird derzeit nicht erwartet. Sollte sich der Cash-Verbrauch allerdings nicht verringern, könnte der Puffer zunehmend zum zentralen Börsenthema werden.

Und dennoch: Die Börsen handeln den Wert derzeit kaum. Die Folge lautet, dass Nel Asa viel zu schwach ist, um große institutionelle Investoren anzulocken. Die Aktie bleibt ein Fall für die Trader.