Die Aktie von Nel ASA hat den Mittwoch mit einem Plus von 1,19 % bei 0,21 Euro beendet. Damit setzte sich zwar eine leichte Gegenbewegung fort, doch auf Wochensicht steht weiterhin ein Minus von 2 %, während der Kurs im vergangenen Monat um 33,678 % eingebrochen ist. Seit Jahresbeginn ergibt sich dagegen noch ein Plus von 6,41 %.

Nel Asa neu aufgestellt

Für Aufmerksamkeit sorgt die Personalie im Vorstand. Der norwegische Elektrolyseur-Spezialist erhält mit dem bisherigen Elopak-Manager einen neuen Vorstandschef, nachdem Håkon Volldal seinen Rückzug angekündigt hatte. Der Führungswechsel erfolgt in einer operativ schwierigen Phase. Der Auftragseingang war im ersten Quartal auf lediglich 85 Millionen Norwegische Kronen gefallen, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 312 Millionen Norwegische Kronen erreicht worden waren. Damit muss die neue Unternehmensführung nicht nur den Strategiewechsel organisieren, sondern gleichzeitig das Neugeschäft stabilisieren.

Auch Analysten bleiben vorsichtig. Das mittlere Kursziel liegt bei 2,118 Norwegischen Kronen und damit rund 10,44 % unter dem aktuellen Börsenkurs von 0,21 Euro. Diese Konstellation ist ungewöhnlich, weil der Markt die Aktie derzeit höher bewertet als der durchschnittliche Analystenkonsens. Konkrete neue Kaufempfehlungen oder angehobene Kursziele sind derzeit nicht erkennbar.

Fundamental bleibt das Unternehmen ebenfalls unter Druck. Die Marktkapitalisierung beträgt rund 4,35 Milliarden Norwegische Kronen. Für 2026 rechnen die Konsensschätzungen mit einem Umsatz von 870 Millionen Norwegischen Kronen und einem Nettoverlust von 469 Millionen Norwegischen Kronen. Für 2027 erwarten Analysten zwar einen Umsatzanstieg auf 1,42 Milliarden Norwegische Kronen, gleichzeitig wird aber weiterhin ein Nettoverlust von 330 Millionen Norwegischen Kronen prognostiziert. Auch beim erwarteten KGV lassen sich aufgrund der anhaltenden Verluste keine positiven Bewertungskennzahlen ableiten.

Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Der Kurs notiert unter mehreren gleitenden Durchschnitten und liegt deutlich unter dem Verlaufshoch von Anfang Juni. Gleichzeitig bewegt sich die Aktie aber oberhalb der Unterstützungszone um 0,20 Euro, ggf. auch 0,18 Euro. Ob daraus eine nachhaltige Stabilisierung entstehen kann, dürfte maßgeblich vom Halbjahresbericht am 15. Juli abhängen. Dort wird insbesondere der Auftragseingang im Mittelpunkt stehen, nachdem dieser zuletzt deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben war.