Bei Nel ASA steht derzeit weniger die Wasserstofftechnik als vielmehr die strategische Neuaufstellung im Mittelpunkt. Während die Aktie am Freitag um 2,14 % auf 0,206 Euro nachgab, richtet sich der Blick vieler Investoren inzwischen auf die anstehenden operativen Entscheidungen des Unternehmens.

Eine wichtige Veränderung betrifft die Unternehmensführung. Vorstandschef Håkon Volldal hat seinen Rückzug angekündigt. Bereits kurze Zeit später stellte Nel mit Håkon Rypern Voldal den künftigen Vorstandsvorsitzenden vor, der zuletzt beim Verpackungsunternehmen Elopak tätig war. Gleichzeitig konnte Nel den Rechtsstreit mit H2Vani beilegen und vereinbarte eine Kooperation mit Cavendish Hydrogen. Diese Schritte markieren organisatorische Veränderungen in einer Phase, in der das Unternehmen gleichzeitig seine Marktposition festigen muss.

Nel Asa: Das ist die Hoffnung!

Operativ setzt Nel dabei auf Kostensenkungen und neue Produkte. Die vorgestellte modulare Druck-Alkali-Plattform soll Elektrolyseure günstiger produzieren und die industrielle Fertigung vereinfachen. Ergänzend erhielt das Unternehmen kleinere Bestellungen aus Europa und den Vereinigten Staaten für PEM-Elektrolyseure. Diese Aufträge zeigen zwar weiterhin Nachfrage nach der Technologie, sie reichen bislang jedoch nicht aus, um den kräftigen Rückgang beim Auftragseingang aus dem ersten Quartal auszugleichen.

Die Finanzprognosen spiegeln diese Übergangsphase wider. Analysten rechnen für 2026 mit einem Umsatz von 791 Millionen Norwegischen Kronen und für 2027 mit 1,42 Milliarden Norwegischen Kronen. Gleichzeitig bleiben die erwarteten Nettoergebnisse mit minus 427 beziehungsweise minus 330 Millionen Norwegischen Kronen deutlich negativ. Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei rund 4,53 Milliarden Norwegischen Kronen. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis bleibt aufgrund der Verluste ebenfalls negativ.

Während die Fundamentaldaten noch keine nachhaltige Trendwende erkennen lassen, entwickeln sich auch die Analystenschätzungen zurückhaltend. Noch zurückhaltender als der Kurs es ohnehin ist. Die Ausgangslage ist klar.