Beim norwegischen Wasserstoff-Spezialisten Nel ASA reißen die schlechten Nachrichten einfach nicht ab. Anleger erlebten in den vergangenen 30 Tagen ein absolutes Debakel, bei dem das Papier gut 40 % an Wert einbüßte. Mit einem Schlusskurs von glatten 0,20 Euro brennt der Baum lichterloh. Die Märkte sind zutiefst verunsichert, da ein schrumpfendes Auftragsbuch auf ein akutes Führungsvakuum an der Konzernspitze trifft.
Ein Chefwechsel zur Unzeit und leere Auftragsbücher
Mitte Juni sorgte der angekündigte Rücktritt von CEO Håkon Volldal für einen massiven Schock. Solche personellen Turbulenzen schmecken Investoren selten, doch bei Nel ASA paart sich diese Unsicherheit mit handfesten operativen Problemen. Dem Unternehmen laufen schlichtweg die Aufträge weg. Im ersten Quartal sammelte der Konzern magere 85 Millionen Norwegische Kronen an Neuaufträgen ein – im Vorjahreszeitraum waren es noch stolze 312 Millionen Kronen. Durch diesen dramatischen Einbruch rutscht der Kurs unaufhaltsam in Richtung Jahrestief.
Solide Cash-Reserven im charttechnischen Keller
Immerhin gibt es einen kleinen Lichtblick in der Bilanz. Die Norweger sitzen auf liquiden Mitteln von rund 1,4 Milliarden Kronen. Dieses finanzielle Polster ist im Moment überlebenswichtig, um die Skalierung der Elektrolyseur-Produktion trotz der hohen Betriebskosten weiter voranzutreiben. Rein charttechnisch betrachtet sieht die Lage dennoch verheerend aus. Der Kurs notiert meilenweit unter der wichtigen 50-Tage-Linie. Ein Relative-Stärke-Index von 31,9 signalisiert zwar eine massiv überverkaufte Situation, doch das bremst den Abwärtsdruck bisher kaum.
Der Juli bringt den Tag der Abrechnung
Die Nervosität der Marktteilnehmer bleibt extrem hoch, was die enorme Volatilität von zuletzt 85 % eindrucksvoll unterstreicht. Bis Mitte des Monats müssen sich Anleger auf eine fortgesetzte, wilde Achterbahnfahrt einstellen. Erst am 15. Juli 2026 legt Nel ASA den neuen Halbjahresbericht vor. Dieses Zahlenwerk wird unmissverständlich zeigen, ob das neue Management endlich wieder nennenswerte Großprojekte an Land ziehen kann oder ob die Durststrecke andauert.
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