Nel ASA rutscht weiter ab. Am Freitag fällt die Aktie auf 0,20 Euro, ein Minus von 2,42 Prozent. Der norwegische Wasserstoff-Spezialist steckt mitten in einer angespannten Woche. Anleger warten auf Zahlen, bekommen aber keine Antworten.
Schweigepflicht sorgt für Orientierungslosigkeit
Seit dem 1. Juli 2026 gilt bei Nel ASA eine offizielle Ruhephase. Das Management darf in dieser Zeit nicht mit Investoren oder Analysten sprechen. Diese Stille dauert bis zum Quartalsbericht am 15. Juli.
Ohne aktuelle Aussagen aus dem Unternehmen reagieren Anleger vor allem auf Charttechnik und die allgemeine Stimmung im Sektor für erneuerbare Energien. Das verstärkt die Nervosität zusätzlich.
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor kommt hinzu. Mitte Juni 2026 kündigte CEO Håkon Volldal seinen Rücktritt an. Er bleibt zwar noch sechs Monate im Amt, doch die Suche nach einem Nachfolger hat eine strategische Lücke hinterlassen, die auf dem Kurs lastet.
Chart zeigt Abwärtstrend, Auftragslage bleibt schwach
Die Kennzahlen zeichnen ein klares Bild der Schwäche. Nel ASA notiert derzeit 23,46 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 0,26 Euro. Das 52-Wochen-Tief von 0,17 Euro rückt näher.
Der RSI liegt bei 33,8 und nähert sich damit überverkauftem Terrain. Auf Monatssicht verlor die Aktie 17,08 Prozent, binnen sieben Tagen waren es 5,84 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 0,37 Euro, erreicht Ende Mai, trennen die Aktie inzwischen fast 45 Prozent.
Hinzu kommt Sorge um das operative Geschäft. Im ersten Quartal 2026 brach der Auftragseingang im Jahresvergleich um 73 Prozent ein. Trotzdem startete Nel mit einem Auftragsbestand von umgerechnet rund 1,113 Milliarden norwegischen Kronen ins zweite Quartal. Ob sich der schwache Trend beim Auftragseingang fortsetzt oder dreht, wird der kommende Bericht zeigen.
Der Tag der Wahrheit naht
Der Quartalsbericht am Mittwoch, den 15. Juli 2026, soll die notwendige Klarheit bringen. Er wird um 7:00 Uhr MESZ veröffentlicht. Analysten richten den Blick besonders auf die Umsatzentwicklung im Elektrolyseur-Segment.
Auch die neue Plattform für Druck-Alkali-Elektrolyse, im Mai 2026 vorgestellt, dürfte Thema sein. Zusätzlich erwarten Beobachter Neuigkeiten zum geplanten Werk in Michigan, USA. Für dieses Projekt hat Nel bereits mehr als 100 Millionen Dollar an Bundes- und Staatsförderung gesichert – eine wichtige Säule für das Nordamerika-Geschäft.
Bis zur Veröffentlichung am Mittwochmorgen dürfte die Aktie volatil bleiben. Die letzten Tage der Ruhephase laufen, und mit ihnen die Geduld der Anleger.
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