Nel ASA steckt zwischen zwei Signalen fest: Der Auftragseingang schoss im zweiten Quartal um 224 Prozent auf 230 Millionen Kronen, während der Umsatz um 12 Prozent auf 182 Millionen Kronen sank. Diese Schere zwischen Bestellungen und tatsächlichem Geschäft prägt die aktuelle Lage des norwegischen Wasserstoff-Spezialisten.
Der Auftragsbestand von Nel wuchs auf 1,2 Milliarden Kronen. Das operative Ergebnis blieb dennoch tief rot: Das EBITDA lag bei minus 155 Millionen Kronen, darin enthalten eine Belastung von 70 Millionen Kronen aus der Einigung mit Iwatani. Die Kriegskasse mit 1,3 Milliarden Kronen Cash gibt dem Unternehmen aber Zeit, den Rückstand zwischen Bestellungen und Fakturierung aufzuholen.
Neue Technologie soll Wende bringen
Kern der Strategie ist die im Mai vorgestellte PA-Series, eine neue Generation der druckbeaufschlagten Alkali-Elektrolyseure. Das Management verspricht sich davon einen um 80 Prozent kleineren Footprint und Investitionskosten, die um 40 bis 60 Prozent unter dem bisherigen Niveau liegen. Erste Bestellungen für die neue Plattform erwartet die Führung in den kommenden Monaten – eine Ankündigung, die noch nicht eingelöst ist.
Parallel dazu treibt Nel den Kapazitätsausbau am Standort Herøya voran. Bis Ende 2026 soll die Fertigungskapazität auf 500 Megawatt steigen, 2027 dann auf ein Gigawatt. Getragen wird dieser Ausbau von einer EU-Förderung über 135 Millionen Euro, die bis zu 60 Prozent der relevanten Investitions- und Betriebskosten abdecken kann – eine Entscheidung, die bereits vor gut drei Wochen bekannt wurde und seither kaum Kursbewegung ausgelöst hat.
Profitabilität bleibt an Bedingungen geknüpft
Entscheidend für Anleger ist die Aussage des Managements, wonach Profitabilität erst bei Alkali-Volumina im Bereich mehrerer hundert Megawatt pro Jahr sowie einer PEM-Auslastung von 20 bis 24 Prozent erreichbar wird. Diese Schwellenwerte sind bislang nicht erfüllt – sie markieren aber den Maßstab, an dem sich künftige Quartalszahlen messen lassen müssen.
Der starke Auftragseingang allein reicht demnach noch nicht, um die Verlustsituation zu drehen. Er zeigt aber, dass die Nachfrage nach Elektrolyseuren trotz eines schwierigen Marktumfelds für Wasserstoffprojekte vorhanden ist. Ob sich dieser Trend fortsetzt, dürfte sich erst im nächsten Quartalsbericht zeigen, der für den 21. Oktober angesetzt ist.
Aktuell notiert die Aktie bei 0,1956 Euro und liegt damit rund 46 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 0,3655 Euro, das im Mai erreicht wurde. Der Abstand verdeutlicht, wie skeptisch der Markt die Wachstumsstory trotz des kräftigen Auftragsplus weiterhin bewertet. Bis zur nächsten Bilanzvorlage bleibt die Frage offen, ob Nel den Sprung von der Bestelldynamik zur tatsächlichen Profitabilität schafft.
Nel ASA-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nel ASA-Analyse vom 20. August liefert die Antwort:
Die neusten Nel ASA-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nel ASA-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nel ASA: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

