Für Nel ASA zeigte das zweite Quartal ein zwiespältiges Bild. Der Auftragseingang kletterte auf 230 Millionen norwegische Kronen, der Auftragsbestand summierte sich auf 1,21 Milliarden Kronen. Auf den ersten Blick ein Silberstreif für den Wasserstoff-Ausrüster. Doch die Kennzahlen darunter erzählen eine andere Geschichte.
Rückläufiger Umsatz, größerer Verlust
Der Umsatz aus Kundenverträgen sank im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 153 Millionen Kronen. Der operative Verlust auf EBITDA-Basis weitete sich auf 155 Millionen Kronen aus. Belastet wurde das Ergebnis zusätzlich durch eine juristische Einigung im Streit mit Iwatani, die mit 70 Millionen Kronen zu Buche schlug. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 189 Millionen Kronen.
Der Iwatani-Fall selbst ist damit vom Tisch, die Belastung war jedoch spürbar genug, um das Quartalsergebnis deutlich zu drücken. Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob der wachsende Auftragsbestand tatsächlich in Umsatz und Ertrag umschlägt – oder ob die Lücke zwischen Bestellungen und Auslieferungen sich weiter vergrößert.
Marktreaktion bleibt verhalten
Der Kurs notiert am Freitag bei 0,1934 Euro und damit 47 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 0,3655 Euro, das im Mai erreicht wurde. Zugleich liegt das Papier nur 12 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief vom Februar – ein Zeichen dafür, dass sich die Aktie nahe der unteren Handelsspanne der vergangenen zwölf Monate bewegt.
Auf Sicht von sieben Tagen gab der Kurs um 1,0 Prozent nach, ein Hinweis darauf, dass die Marktteilnehmer die Zahlen eher nüchtern als euphorisch aufgenommen haben.
Suche nach neuem Vorstandschef läuft
Der angekündigte Abgang des Vorstandschefs bleibt ein Belastungsfaktor für das Vertrauen in die strategische Kontinuität des Unternehmens. Die Nachfolgersuche läuft, ein Ergebnis steht noch aus. Bis ein neuer Chef feststeht, dürfte die Unsicherheit über die künftige Ausrichtung bestehen bleiben – gerade in einer Phase, in der Nel ASA versucht, den Sprung von wachsenden Auftragsbüchern zu profitablem Wachstum zu schaffen.
Ausblick auf den nächsten Bericht
Analysten und Investoren richten den Blick nun auf die kommenden Monate. Entscheidend wird sein, ob sich der gestiegene Auftragseingang in den nächsten Quartalen tatsächlich in höheren Umsätzen niederschlägt und ob die Führungsfrage zeitnah geklärt wird. Bis dahin bleibt die Kombination aus wachsendem Auftragsbestand, anhaltenden Verlusten und offener Personalie der Kern der Investmentgeschichte bei Nel ASA.
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