Der norwegische Wasserstoff-Spezialist Nel ASA befindet sich in einer schwierigen Übergangsphase, die Anleger auf eine harte Probe stellt. Die Ergebnisse zum zweiten Quartal 2026 zeichnen ein zwiespältiges Bild. Zwar konnte das Unternehmen beim Auftragseingang auf 230 Millionen norwegische Kronen zulegen und den Gesamtauftragsbestand auf 1,213 Milliarden Kronen ausbauen, doch der Umsatz aus Kundenverträgen brach zeitgleich auf 153 Millionen Kronen ein. Die operativen Verluste bleiben damit ein dominierendes Thema in der Bilanz.
Verluste belasten, Analysten streichen Kursziele
Operativ steckt Nel weiterhin tief in den roten Zahlen und verbuchte ein EBITDA von minus 155 Millionen Kronen. Neben dem schwachen Umsatz belastete eine Einmalzahlung von 70 Millionen Kronen an die Iwatani Corporation das Gesamtergebnis deutlich. Die Reaktion der Finanzexperten ließ nicht lange auf sich warten: JPMorgan senkte das Kursziel drastisch von 2,90 auf 1,80 norwegische Kronen und belässt die Aktie auf „Neutral“. Die Experten bezweifeln, ob die prallen Auftragsbücher schnell genug in tatsächliche Einnahmen umgemünzt werden können.
Aktie sucht nach dem Boden
An der Börse spiegeln die Notierungen die anhaltende Skepsis wider. Der Kurs notiert aktuell bei rund 0,20 Euro und liegt damit gut 45 % unter seinem Jahreshoch vom Mai. Immerhin hält das Papier einen Sicherheitsabstand zum Tiefststand aus dem Februar, was Charttechniker als Anzeichen einer ersten Bodenbildung werten. Sorge bereitet Investoren jedoch auch die offene Nachfolge an der Unternehmensspitze, da CEO Håkon Volldal nur noch bis zur Bestellung eines Nachfolgers im Amt bleibt.
Der Oktober bringt die Entscheidung
Die entscheidende Frage für die kommenden Monate lautet, ob Nel ASA die operative Wende gelingt und das PEM-Segment die erhofften Umsätze liefert. Der nächste echte Belastungstest steht am 21. Oktober an, wenn Nel die Zahlen für das dritte Quartal präsentiert.
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