Der Umsatz bricht um 63 Prozent ein, der Auftragseingang springt um 339 Prozent nach oben. Nel legt für das dritte Quartal ein Zahlenwerk vor, das zwei Geschäftsbereiche in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Die Aktie reagierte zum Handelsstart in Oslo zunächst mit Abschlägen von rund 4,6 Prozent.
Alkaline schwächelt, PEM zieht an
Die Erlöse sanken auf 112 Millionen norwegische Kronen, nach 303 Millionen im Vorjahresquartal. Das EBITDA verschlechterte sich auf minus 93 Millionen Kronen, unter dem Strich steht ein Nettoverlust von 141 Millionen Kronen.
Hauptverantwortlich ist das klassische Alkaline-Geschäft. Dessen Umsatz brach um 91 Prozent auf nur noch 23 Millionen Kronen ein. Nel selbst weist darauf hin, dass ungenutzte Kapazitäten die Ergebnisse weiter belasten dürften, solange größere Aufträge ausbleiben.
Anders das PEM-Segment: Dort wuchs der Umsatz um 65 Prozent auf 89 Millionen Kronen. Das EBITDA verbesserte sich auf minus 24 Millionen Kronen, die Margen profitierten laut Unternehmen von besserer Projektabwicklung.
Auftragsbestand wächst
Der Auftragseingang erreichte 253 Millionen Kronen, davon entfielen 245 Millionen auf PEM. Der Bestand liegt bei 1,314 Milliarden Kronen und damit 34 Prozent über dem Vorjahr. Nel sieht einen Trend zu kleineren, standardisierten Containersystemen im Bereich von 10 bis 50 Megawatt, die zum PEM-Angebot passen.
Zu den Aufträgen zählen eine Bestellung von Collins Aerospace über 20 Millionen Dollar für Navy-Stacks mit Lieferung 2027 und 2028 sowie ein weiterer Auftrag über 12 Millionen Dollar von einem großen US-Technologiekonzern. Hinzu kommen ein Rahmenabkommen mit Hydrasun für Montage und Integration in Europa und eine Absichtserklärung mit Rheinmetall zur dezentralen Herstellung synthetischer Kraftstoffe.
Cash schmilzt
Der Druck auf die Finanzen bleibt sichtbar. Der operative Cashflow lag bei minus 197 Millionen Kronen, die liquiden Mittel sanken binnen eines Jahres von 1,757 Milliarden auf 1,078 Milliarden Kronen. Die Belegschaft wurde um 13 Prozent reduziert. Zwei Hyds-Projekte rutschten zudem in den Risiko-Auftragsbestand.
CEO Håkon Volldal zeigt sich dennoch zuversichtlich und sieht Nel gut positioniert für anziehende Nachfrage. Das Unternehmen erwartet in den kommenden Quartalen mehrere kleinere sowie einige größere Projekte zwischen 50 und 150 Megawatt vor der Investitionsentscheidung, vor allem in Europa. Parallel läuft die Entwicklung der nächsten PEM-Generation: Tests des vollen Stacks sollen 2027 beginnen.
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