Nemetschek steht vor einer wichtigen Weichenstellung. Am 30. Juli veröffentlicht der Bausoftware-Spezialist seine Zahlen für das zweite Quartal. Während der Kurs seit Jahresbeginn massiv unter Druck steht, setzt eine US-Großbank nun ein deutliches Zeichen der Zuversicht.

JPMorgan stuft das Papier weiterhin als „Overweight“ ein. Analyst Joseph George sieht das Kursziel bei 110 Euro. Das entspricht fast einer Verdopplung des aktuellen Niveaus. Er erwartet für das abgelaufene Quartal ein organisches Umsatzplus von knapp 14 Prozent.

Im Marktschnitt rechnen Analysten mit einem Gewinn von 0,531 Euro je Aktie. Das wäre eine deutliche Steigerung zum Vorjahreswert von 0,450 Euro. Experten prognostizieren beim Umsatz einen Anstieg auf rund 326 Millionen Euro.

Parallel zum operativen Geschäft treibt der Vorstand die Expansion in Nordamerika voran. Seit dem 1. Juli gehört der Spezialist HCSS offiziell zum Konzern. Die Akquisition zielt auf den lukrativen Markt für Tiefbau und Infrastruktur ab.

Expansion in Nordamerika

Das Management schätzt das Marktpotential in diesem Segment bis 2028 auf 12 Milliarden US-Dollar. HCSS steuerte zuletzt eine operative Marge von rund 40 Prozent bei. Damit stärkt Nemetschek gezielt sein Portfolio für Kalkulation und Bauleitung.

An der Börse bleibt die Lage vorerst angespannt. Trotz des aktuellen Tagesplus von 3,4 Prozent notiert die Aktie fast 36 Prozent tiefer als zum Jahresstart. Im Vergleich zum Rekordhoch bei knapp 138 Euro hat das Papier massiv an Wert verloren.

Ziele für das Gesamtjahr

Für das gesamte Fiskaljahr peilt der Markt einen Gewinn von 2,33 Euro je Aktie an. Der Jahresumsatz soll auf 1,36 Milliarden Euro klettern. Das entspräche einem deutlichen Wachstum im Vergleich zum Vorjahr.

Klarheit über die kurzfristige Dynamik bringt der Halbjahresbericht am 30. Juli. Dann muss Nemetschek beweisen, ob die Wachstumsstory trotz des schwierigen Marktumfelds intakt bleibt. Anleger achten dabei besonders auf die Integration der neuen US-Tochter.