Nemetschek hat im dritten Quartal geliefert, was der Markt erwartet hatte: kräftiges Wachstum dank der US-Übernahme HCSS, aber auch eine spürbar niedrigere Marge. Die Jahresziele bleiben unverändert.
Umsatz wächst um mehr als ein Viertel
Der Konzernumsatz stieg um 27 Prozent auf 371,1 Millionen Euro, währungsbereinigt waren es 26 Prozent. Analysten hatten mit einem solchen Wert gerechnet. Ohne den Beitrag von HCSS, das seit 1. Juli konsolidiert wird, wuchs das Unternehmen organisch um 13,7 Prozent.
Besonders dynamisch entwickelte sich das wiederkehrende Geschäft. Die jährlich wiederkehrenden Umsätze (ARR) legten um 36 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro zu. Die Erlöse aus Subskriptions- und SaaS-Modellen kletterten sogar um 52 Prozent.
Marge sinkt, Nettogewinn auch
Das EBITDA verbesserte sich um 22 Prozent auf 115,9 Millionen Euro. Die Marge ging dennoch von 32,5 auf 31,2 Prozent zurück. Der Konzern hatte auf diese Verwässerung durch den Zukauf bereits hingewiesen. Organisch hätte die Marge nach Unternehmensangaben bei 34,8 Prozent gelegen.
Unter dem Strich fiel der Nettogewinn um 16 Prozent auf 46,6 Millionen Euro, das entspricht 0,40 Euro je Aktie. Als Gründe nennt Nemetschek akquisitionsbedingte Effekte und höhere Abschreibungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg hingegen um 20 Prozent auf 0,66 Euro.
Prognose bleibt stehen
Konzernchef Yves Padrines bestätigte die Jahresprognose. Organisch erwartet Nemetschek währungsbereinigt ein Umsatzplus von 14 bis 15 Prozent bei einer EBITDA-Marge von 32 bis 33 Prozent.
Durch HCSS kommen rund 600 Basispunkte zusätzliches Umsatzwachstum hinzu. Die EBITDA-Marge dürfte dadurch um etwa 150 Basispunkte sinken, gerechnet vom Mittelwert der organischen Zielspanne. Die Integration des US-Anbieters verlaufe laut Unternehmen planmäßig. Parallel dazu habe der Konzern seine KI-Innovationen beschleunigt und die internationale Präsenz ausgebaut.
Für die Aktie dürfte damit vor allem zählen, ob die Marge organisch auf dem hohen Niveau von knapp 35 Prozent bleibt, während HCSS die Konzernzahlen im Gesamtjahr nach unten zieht.
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