Nemetschek: EBITDA-Marge auf 31,4 Prozent

Nemetschek überzeugt mit Umsatz- und Gewinnsprung im ersten Quartal, leidet aber unter dem schwachen Dollar. Analysten sind uneins, die Aktie bleibt schwach.

Nemetschek Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz wächst organisch um 17 Prozent
  • EBITDA-Marge steigt auf 31,4 Prozent
  • Cloud-Transformation treibt Subskriptionsumsätze
  • Währungsgegenwind und Analystenskepsis belasten

Starkes organisches Wachstum, kräftig steigende Gewinne — und trotzdem kaum Reaktion an der Börse. Nemetschek hat am Donnerstag Quartalszahlen vorgelegt, die auf den ersten Blick überzeugen. Das Problem liegt im Wechselkurs.

Margen klettern, Währung bremst

Der Münchner Softwarekonzern steigerte den Umsatz im ersten Quartal 2026 auf berichteter Basis um 11 Prozent auf 313,1 Millionen Euro. Bereinigt um Währungseffekte — vor allem den schwächeren US-Dollar — lag das Wachstum bei 17 Prozent und damit am oberen Ende der Jahreszielspanne.

Die Profitabilität entwickelte sich noch stärker. Das EBITDA stieg um 22 Prozent auf 98,4 Millionen Euro, die entsprechende Marge verbesserte sich von 28,5 auf 31,4 Prozent. Das Nettoergebnis legte um 33 Prozent auf 60,4 Millionen Euro zu — Ergebnis je Aktie: 0,52 Euro.

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Treiber war einmal mehr die Cloud-Transformation. Subskriptions- und SaaS-Umsätze wuchsen währungsbereinigt um 35,4 Prozent, der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) kletterte auf knapp 1,19 Milliarden Euro. Besonders das Segment „Build“ stach heraus: 29,8 Prozent bereinigtes Wachstum bei einer EBITDA-Marge von 39,5 Prozent.

Analysten uneins, Aktie unter Druck

Die Reaktion der Anleger fiel verhalten aus. Die Aktie notierte am Donnerstagnachmittag kaum verändert bei rund 62,90 Euro — auf Jahressicht hat das Papier allerdings rund 46 Prozent verloren und liegt damit noch immer deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 137,90 Euro.

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Die Analystengemeinde ist gespalten. JPMorgan bekräftigte die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 110 Euro und verwies auf das beschleunigte organische Wachstum. Die UBS bleibt bei „Sell“ mit einem Kursziel von 56 Euro — begründet mit einer leichten Enttäuschung bei den berichteten Margen gegenüber den Konsenserwartungen. Neben dem Währungsgegenwind belasten seit Monaten Sorgen über KI-Konkurrenz die Bewertung.

Übernahme als Joker für die zweite Jahreshälfte

Den Jahresausblick bestätigte der Vorstand: währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 14 bis 15 Prozent, EBITDA-Marge zwischen 32 und 33 Prozent.

Entscheidend für das zweite Halbjahr wird die Integration der im April angekündigten Übernahme des Bausoftware-Anbieters HCSS. Der Abschluss ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Im Zuge der Transaktion steigt der Finanzinvestor Thoma Bravo mit 28 Prozent als Minderheitsaktionär in die Sparte Build & Construct ein. Konkrete Auswirkungen auf die Jahresprognose will das Management erst nach dem formalen Closing kommunizieren — bis dahin bleibt dieser Teil der Story offen.

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