Neo Performance Materials hat am Dienstag das stärkste Quartal seiner Unternehmensgeschichte vorgelegt – und trotzdem gab die Aktie danach nach. Der Widerspruch zwischen operativer Rekordmarke und Kursreaktion beschäftigt Anleger seither.

Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal 2026 ein bereinigtes EBITDA von 57,03 Millionen US-Dollar, mehr als eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte auf 205,75 Millionen US-Dollar, ein Plus von 79,4 Prozent.

Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 17,46 Millionen US-Dollar, die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 27,7 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 0,51 US-Dollar.

Seltene Metalle als Treiber

Getragen wurde das Quartal vom Segment Rare Metals, das ein bereinigtes EBITDA von 44,41 Millionen US-Dollar beisteuerte. Laut Reuters spiegeln sich darin Rekordpreise für Hafnium, Gallium und Tantal wider. Neo Performance hob daraufhin seine Jahresprognose für das bereinigte EBITDA 2026 auf eine Spanne von 140 bis 150 Millionen US-Dollar an. Reuters berichtet zudem, das Management gehe davon aus, das obere Ende dieser Spanne zu erreichen.

Zusätzlich zu den Zahlen bekräftigte das Unternehmen strategische Fortschritte im Magnetgeschäft: An der europäischen Anlage für Permanentmagnete sollen bis Jahresende zwei bis drei Kundenprogramme in die kommerzielle Produktion übergehen. Vor den Zahlen hatte Neo Performance bereits eine Quartalsdividende von 0,10 kanadischen Dollar je Aktie angekündigt, zahlbar am 28. September an Aktionäre, die am 18. September im Register stehen.

Kursreaktion trotz starker Zahlen

Trotz der Rekordwerte fiel der Kurs im Anschluss an die Vorlage. Medienberichten zufolge reagierten Anleger trotz des starken Quartals mit Verkäufen, ohne dass eine Unternehmensmitteilung die Bewegung im Detail quantifizierte.

Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 22,90 Euro, nach einem Rückgang von 12 Prozent auf Sieben-Tage-Sicht und 13 Prozent auf Monatssicht. Damit hat sich die Aktie rund ein Viertel von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 30,50 Euro entfernt, das sie erst am Dienstag markiert hatte – just am Tag der Zahlenvorlage.

Der Rückschlag relativiert sich freilich im längerfristigen Bild: Seit Jahresbeginn steht für die Aktie noch immer ein Plus von 137 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es 119 Prozent. Der Titel notiert damit weiterhin deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 16,00 Euro. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 83 Prozent zeigt, wie nervös der Markt den Wert derzeit handelt.

Analysten heben Kursziele deutlich an

Nach den Zahlen reagierten mehrere Analysehäuser mit spürbar höheren Kurszielen. Stifel Nicolaus erhöhte sein Kursziel am Mittwoch von 49 auf 55 kanadische Dollar und bestätigte die Kaufempfehlung. BMO Capital Markets setzte sein Kursziel auf 60 kanadische Dollar hoch, ATB Cormark auf 53,50 kanadische Dollar.

Die geschlossene Anhebung mehrerer Häuser innerhalb weniger Tage unterstreicht, dass die fundamentale Dynamik des Unternehmens am Markt anerkannt wird – auch wenn der Aktienkurs kurzfristig einen anderen Weg eingeschlagen hat.

Für Anleger bleibt damit die Frage zentral, ob sich die Diskrepanz zwischen operativer Stärke und Kursverlauf in den kommenden Wochen auflöst. Die angehobene Jahresprognose und die avisierten Fortschritte im Magnetgeschäft liefern dafür zumindest die fundamentale Grundlage.