Sechs Monate nach dem turbulenten Führungswechsel beim weltgrößten Lebensmittelkonzern weicht die anfängliche Ruhe nun handfesten Taten. CEO Philipp Navratil zieht einen klaren Schlussstrich unter kapitalintensive Randgeschäfte und nimmt dabei sogar finanzielle Abstriche in Kauf. Ein prominentes Opfer dieser neuen Strategie ist die Premium-Kaffeekette Blue Bottle Coffee, deren Verkauf tief blicken lässt.
Trennung mit Abschlag
Ursprünglich hatte der Konzern die Kaffeekette im Jahr 2017 für 425 Millionen US-Dollar erworben. Nun geht Blue Bottle für weniger als 400 Millionen US-Dollar an Centurium Capital Management, den Kontrollaktionär von Luckin Coffee. Berichten zufolge hatte das Management intern eigentlich einen Verkaufspreis von 700 Millionen US-Dollar angepeilt. Dieser deutliche Preisnachlass signalisiert, dass die Konzernspitze die Trennung von unrentablen oder zu betreuungsintensiven Einzelhandelsstandorten rigoros durchzieht. An der Börse spiegelt sich dieser Umbruch in einer abwartenden Haltung wider: Am Dienstag schloss das Papier bei 83,49 Euro und verzeichnet damit auf 30-Tage-Sicht ein Minus von knapp sechs Prozent.
Milliarden für neue Wachstumsfelder
Der Kaffee-Deal ist nur ein Baustein einer viel größeren Reorganisation. Navratil gliedert das Unternehmen in vier Kernbereiche: Tiernahrung, Kaffee, Ernährung sowie Lebensmittel und Snacks. Auch die bekannte Wassersparte rund um Marken wie Perrier und S.Pellegrino steht auf der Verkaufsliste. Das freigewordene Kapital fließt direkt in margenstarke Segmente wie Cold Coffee, medizinische Ernährung und Tiergesundheitstherapeutika. Für das Jahr 2026 plant die Führungslinie hier zusätzliche Investitionen in Höhe von 600 Millionen Schweizer Franken. Ziel ist es, das für dieses Jahr avisierte organische Umsatzwachstum von drei bis vier Prozent abzusichern.
Effizienz als Schlüssel
Gleichzeitig drückt das Management auf die Kostenbremse. Bis Ende 2027 sollen die operativen Ausgaben um eine Milliarde Schweizer Franken jährlich sinken. Erste Erfolge zeigen sich bereits, da ein Fünftel der geplanten Einsparungen im Verwaltungsapparat vorzeitig realisiert wurde. Gelingt es Navratil, diese anvisierten Effizienzgewinne planmäßig umzusetzen und das Wachstum in den vier neuen Kernbereichen zu beschleunigen, bietet der aktuelle Abstand von knapp zwölf Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 94,88 Euro mittelfristig wieder greifbares Aufholpotenzial.
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