CEO Philipp Navratil zieht die Zügel straffer an. Mit einem radikal umgebauten Bewertungssystem macht der Konzernchef klar: Wer nicht liefert, spürt das künftig deutlich im Geldbeutel. Der Schritt markiert die nächste Stufe im umfassenden Konzernumbau – und die Börse scheint den Kurs der Härte zu honorieren.
Zuckerbrot und Peitsche
Der Schweizer Nahrungsmittelriese bricht mit alten Gewohnheiten und differenziert bei der Mitarbeiterbewertung künftig deutlich schärfer. Statt bisher drei gibt es nun sechs Leistungsstufen. Die Botschaft an die Belegschaft ist unmissverständlich: Top-Performer, die das Prädikat „exemplary“ erhalten, können mit bis zu 150 Prozent ihres Zielbonus rechnen.
Am anderen Ende der Skala wird die Luft dünn. Wer als „unsatisfactory“ eingestuft wird, erhält maximal die Hälfte der geplanten Prämie – oder geht im schlimmsten Fall komplett leer aus. Diese neue Härte flankiert den bereits im Oktober angekündigten Abbau von 16.000 Stellen. Anleger werten die gesteigerte Kostendisziplin und den Fokus auf Effizienz positiv: Die Aktie konnte in den letzten 30 Tagen um rund 14,8 Prozent zulegen und notiert aktuell bei gut 90 Euro.
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Wachstum als Pflicht
Besonders brisant ist eine neue Hürde im Vergütungssystem: der sogenannte „RIG Gatekeeper“. Boni fließen künftig nur noch, wenn ein Mindestmaß an realem internem Wachstum (RIG) erreicht wird.
Damit adressiert Navratil eine der größten Schwächen der letzten Jahre. Das Management zwingt die Führungskräfte faktisch dazu, den Fokus weg von reinen Preiserhöhungen hin zu echtem Volumenwachstum zu lenken. Dieser strategische Schwenk ist notwendig, da Preiserhöhungen in einem entspannteren Inflationsumfeld kaum noch als alleiniger Umsatztreiber fungieren können.
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Altlasten bremsen noch
Der kulturelle Umbau geschieht jedoch nicht ohne Störfeuer. Der massive Rückruf von Säuglingsnahrung wegen Toxin-Belastungen wirkt nach. Allein für das erste Quartal 2026 kalkuliert Nestle mit einem einmaligen Umsatzeffekt von rund 200 Millionen Schweizer Franken durch Retouren und Lieferengpässe.
Navratil setzt dennoch alles auf die Karte „Leistungskultur“. Mit dem laufenden Verkauf des Eiscreme-Geschäfts und der geplanten Abspaltung der Wassersparte (u.a. Perrier) bis 2027 wird der Konzern schlanker. Gelingt es, trotz der aktuellen Belastungen das organische Wachstumsziel mittelfristig wieder über 4 Prozent zu heben, dürfte die jüngste Kurserholung erst der Anfang gewesen sein.
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