Nestlé liefert im dritten Quartal bessere Zahlen als erwartet, hält sich bei der Jahresprognose aber bedeckt. Die Finanzchefin dämpfte Hoffnungen auf eine baldige Anhebung. Ein Teil des Rückenwinds, so ihre Botschaft, sei nicht dauerhaft.
Mengen statt Preise
Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern wuchs organisch um 4,0 Prozent, nach 3,7 Prozent im Vorquartal. Analysten hatten im Schnitt nur mit 3,5 Prozent gerechnet. Entscheidend ist die Zusammensetzung: Das interne Realwachstum, das die verkauften Mengen misst, sprang auf 2,8 Prozent. Erwartet worden waren 1,7 Prozent.
Preiserhöhungen trugen nur noch 1,1 Prozentpunkte bei. Nach Jahren, in denen vor allem höhere Preise das Wachstum stützten, ist das für Konzernchef Philipp Navratil der wichtigste Beleg. Er hat nachhaltiges Mengenwachstum zur obersten Priorität erklärt und will dafür stärker in Marken, Werbung und Innovationen investieren.
Getragen wurde das Quartal von der Erholung im Tierfutter, von Maggi und Kitkat sowie vom Wassergeschäft, das vom heißen Sommer profitierte. Die Absatzmengen stiegen in allen Weltregionen und globalen Geschäftsbereichen. Die Experten von Bernstein sprachen von einem weiteren wichtigen Schritt bei der operativen Trendwende.
Manz dämpft die Erwartungen
Die Jahresziele bleiben unverändert. Nestlé peilt weiterhin drei bis vier Prozent organisches Wachstum an und erwartet eine höhere bereinigte operative Marge als die 16,1 Prozent aus dem Vorjahr.
Ob am oberen Ende der Spanne Schluss ist, ließ Finanzchefin Anna Manz offen. Das starke Wachstum bei Lebensmitteln und Snacks lasse sich nicht einfach fortschreiben, sagte sie. Dort hatten vorgezogene Weihnachtsbestellungen geholfen. Auf Konzernebene glichen gegenläufige Verschiebungen im Ernährungsgeschäft diesen Effekt jedoch ungefähr aus.
Die Aktie legte zur Mittagszeit knapp 1,5 Prozent zu. Nach neun Monaten steht ein organisches Plus von 3,7 Prozent, der Umsatz von 65,87 Milliarden Schweizer Franken liegt praktisch auf Vorjahresniveau.
Russland verlässt die Konzernrechnung
Zum 30. September nimmt Nestlé sein Russlandgeschäft aus der Konzernrechnung. Die dortigen Gesellschaften stehen unter vorübergehender externer Verwaltung der russischen Behörden. Die Folgen für das bereinigte Ergebnis 2026 sollen begrenzt bleiben.
Damit liegt der Fokus auf dem Schlussquartal: Hält die Mengendynamik ohne die vorgezogenen Weihnachtsbestellungen, wären die drei bis vier Prozent Wachstum für 2026 in Reichweite, ein Spielraum nach oben bliebe aber eng.
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