Der Schweizer Nahrungsmittelgigant steht wegen seines Babynahrung-Rückrufs massiv in der Kritik. Die Verbraucherorganisation Foodwatch wirft dem Konzern vor, bereits deutlich früher von gefährlichen Verunreinigungen gewusst zu haben. Doch was steckt wirklich hinter den Vorwürfen?
Gift in der Babynahrung
Am 5. Januar gab Nestlé den Rückruf bestimmter Babynahrungsprodukte bekannt. Betroffen sind verschiedene Pulver und Flüssigkeiten der Marken „Beba“ und „Alfamino“ in Dosen, Schachteln und Flaschen. Der Grund: In einer Zutat eines Lieferanten könnte das giftige Cereulid vorhanden sein. Dieses Toxin wird durch das Bakterium Bacillus cereus gebildet und kann binnen 30 Minuten bis 6 Stunden Erbrechen, Durchfall und ungewöhnliche Müdigkeit bei Säuglingen auslösen.
Was harmlos klingt, könnte für das Vertrauen der Verbraucher verheerende Folgen haben. Die belasteten Produkte stammten laut Foodwatch aus deutschen Werken und wurden in 30 Länder weltweit verkauft.
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Hat Nestlé zu spät reagiert?
Die Vorwürfe wiegen schwer: Bereits am 16. Dezember fanden österreichische Behörden Verunreinigungen mit Cereulid in Produktproben von Nestlé-Säuglingsnahrung aus Deutschland. Das belegt eine Meldung im EU-Behörden-Schnellwarnsystem RASFF. Foodwatch geht davon aus, dass sowohl Nestlé als auch die deutschen Behörden schon seit Mitte Dezember von der Kontamination deutscher Produkte wussten.
Der Konzern wehrt sich gegen diese Darstellung. Ein früherer Rückruf am 10. Dezember habe Deutschland nicht betroffen, da diese Produkte nicht an deutsche Verbraucher gelangten. Erst sei nur von einem einzigen betroffenen Produktionsstandort ausgegangen worden. Die umfangreiche Ursachenanalyse wurde jedoch fortgesetzt und Ende Dezember wurde bei weiteren Produkten Cereulid nachgewiesen.
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Das Lieferanten-Problem
Das „Qualitätsproblem“ stamme von einer Zutat eines „führenden Lieferanten“ an mehreren Produktionsstandorten, so Nestlé. Eine brisante Erkenntnis: Offenbar hatte der Konzern die Reichweite der Kontamination zunächst unterschätzt. Die Tatsache, dass verschiedene Produktionsstandorte betroffen waren, erklärt zumindest teilweise die verzögerte Reaktion.
Nestlé betont, dass bislang keine Erkrankungen im Zusammenhang mit den betroffenen Produkten bestätigt worden seien. Nach den vorliegenden Daten gebe es kein akutes Risiko für Säuglinge. Eltern, deren Kinder keine Symptome zeigten, bestehe kein Grund zur Sorge.
Die Aktie reagierte gelassen auf die Nachricht und notierte im Schweizer Handel nahezu unverändert bei rund 75,50 Franken. Offenbar trauen Anleger dem Krisenmanagement des Konzerns zu, den Imageschaden zu begrenzen. Betroffene Eltern können sich unter der Telefonnummer +49 (0) 800 2344 944 an den Nestlé-Verbraucherservice wenden.
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