Netflix schraubt an der Nutzerführung. Ab dieser Woche können Kunden einzelnen Profilen eigene E-Mail-Adressen zuweisen. Das Ziel: Die Kontrolle über die Accounts weiter verschärfen.

Jedes Profil erhält nun unabhängige Zugangsdaten und eigene Verifizierungscodes. Damit setzt der Streaming-Riese seine Strategie gegen das Teilen von Passwörtern konsequent fort. Das Unternehmen verfeinert so die Kontoverwaltung und bindet Nutzer enger an die Plattform.

Werbegeschäft knackt Rekordmarke

Parallel dazu liefert das werbefinanzierte Abo-Modell beeindruckende Zahlen. Inzwischen nutzen weltweit mehr als 100 Millionen Menschen diese günstigere Variante. Davon entfallen allein 58 Millionen Nutzer auf den US-Markt.

Branchenexperten rechnen für das Jahr 2026 mit Werbeeinnahmen von rund 9,5 Milliarden US-Dollar. Damit ist Netflix hinter YouTube zur zweitgrößten Premium-Video-Werbeplattform in den USA aufgestiegen. Das Segment entwickelt sich zum zentralen Wachstumstreiber.

Druck auf dem Parkett

An der Börse spiegelt sich dieser Erfolg noch nicht voll wider. Die Aktie notiert aktuell bei 69,81 Euro und verlor heute 0,68 Prozent. In den vergangenen vier Wochen gab der Kurs um rund sechs Prozent nach.

Die Volatilität liegt annualisiert bei rund 23 Prozent. Mit einem Relative-Stärke-Index von 32,5 nähert sich das Papier einer technisch überverkauften Zone. Investoren warten nun auf den nächsten großen Impuls.

Netflix präsentiert die neuen Quartalszahlen in der zweiten Julihälfte. Im Fokus stehen dann die konkreten Margen aus dem Werbegeschäft und der Einfluss neuer Live-Formate. Diese Daten liefern die Basis für die Bewertung der langfristigen Wachstumsstrategie.