Großinvestor Bill Ackman setzt mit seinem Hedgefonds Pershing Square wieder massiv auf den Streaming-Pionier Netflix. Nachdem sich der Fonds vollständig von seinen Anteilen an der Google-Mutter Alphabet trennte, flossen rund 934 Millionen US-Dollar in den Zukauf von 13.081.465 Netflix-Aktien. Die Position macht inzwischen knapp fünf Prozent des Portfolios der Gesellschaft aus.

Die milliardenschwere Rückkehr des prominenten Investors signalisiert wachsendes Vertrauen in die Ertragskraft des Konzerns. Während das Marktumfeld für Technologieaktien durch steigende Renditen an den Anleihemärkten zuletzt unter Druck geriet, verweisen Befürworter auf die gestiegene Profitabilität. Die operative Marge kletterte von rund 21 Prozent im Jahr 2021 auf zuletzt etwa 31,5 Prozent.

Analysten heben Ziele an

Auch an der Wall Street verbesserte sich die Stimmung für den Streamingdienst spürbar. Das Analysehaus Evercore ISI stufte die Aktie mit „Outperform“ ein und schraubte das Kursziel von 100 auf 110 US-Dollar nach oben. Die Experten begründeten diesen Schritt unter anderem mit einer Rekord-Haushaltspenetration in wichtigen Märkten, darunter 63 Prozent in den USA und 22 Prozent in Japan.

Im heutigen Handel tendieren die Papiere im schwächeren Gesamtmarkt dennoch verhalten. Der Kurs notiert bei 66,99 Euro, was einem leichten Tagesverlust von 0,7 Prozent entspricht. Die Marktkapitalisierung des Streaming-Konzerns beläuft sich damit auf umgerechnet 279,23 Milliarden Euro.

Ausblick auf das dritte Quartal und juristische Risiken

Für die weitere Kursentwicklung dürfte vor allem der anstehende Finanzbericht entscheidend sein. Das Management hat die Veröffentlichung der Zahlen für das dritte Quartal für den 20. Oktober 2026 angekündigt. Dabei peilt das Unternehmen ein Umsatzwachstum auf 12,86 Milliarden US-Dollar an, womit die konzerneigene Prognose allerdings leicht unter den vorherigen Markterwartungen liegt.

Gleichzeitig bleibt der europäische Markt juristisch herausfordernd. In Deutschland drohen der Branche erneute Belastungen durch Sammelklagen, die sich gegen einseitige Preiserhöhungen ohne ausdrückliche Kundenzustimmung richten.

Nach früheren Urteilen des Kammergerichts Berlin und des Landgerichts Köln stehen dabei Rückforderungen von durchschnittlich 230 Euro pro betroffenem Kunden im Raum. Für Netflix dürften die weltweiten Nutzerzuwächse und das margenstarke Kerngeschäft diese regionalen Streitigkeiten mittelfristig jedoch überwiegen.