Netflix Aktie: Hastings verlässt Verwaltungsrat heute

Netflix sieht sich auf der Hauptversammlung mit Kritik an der gescheiterten Warner-Übernahme konfrontiert. Trotz operativer Erfolge fordern Aktivisten mehr Mitspracherecht.

Netflix Aktie
Kurz & knapp:
  • Kritik an geplatzter Warner-Übernahme
  • Aktivisten fordern kumulatives Wahlrecht
  • Umsatzwachstum von 16 Prozent
  • Cashflow-Prognose auf 12,5 Milliarden Dollar

Heute trifft sich die Netflix-Führung virtuell mit ihren Aktionären. Die Stimmung ist angespannt. Gründer Reed Hastings verlässt endgültig den Verwaltungsrat. Parallel dazu kämpft der Streaming-Gigant mit den Nachwehen einer gescheiterten Mega-Übernahme.

Aktivisten machen Druck

Im Zentrum der Kritik steht ein geplatzter Deal. Netflix wollte Warner Bros. Discovery schlucken. Die Übernahme scheiterte. Das National Legal and Policy Center nennt diesen Versuch eine strategische Katastrophe. Die Folge: Aktivisten fordern nun mehr Einfluss. Sie rufen die Aktionäre auf, für das sogenannte kumulative Wahlrecht zu stimmen.

An der Börse spiegelt sich diese Nervosität wider. Die Papiere schlossen gestern bei 70,30 Euro. Der Titel verlor im vergangenen Monat rund sechs Prozent an Wert. Ein RSI-Wert von 29 deutet auf einen stark überverkauften Zustand hin.

Operatives Geschäft wächst

Operativ läuft es paradoxerweise glänzend. Der Umsatz kletterte zum Jahresauftakt um 16 Prozent auf 12,25 Milliarden US-Dollar. Das Werbegeschäft entwickelt sich zu einem massiven Wachstumstreiber.

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Das Management erwartet hier bald jährliche Einnahmen von drei Milliarden Dollar. Mehr als 250 Millionen Nutzer schauen den Streaming-Dienst mittlerweile mit Werbung. Der freie Cashflow soll im laufenden Jahr auf 12,5 Milliarden Dollar steigen.

Der Grund für die Kursschwäche liegt in den veränderten Erwartungen. Investoren zahlen keine Aufschläge mehr für reines Abonnentenwachstum. Sie fordern handfeste Gewinne aus der bestehenden Nutzerbasis. Analysten bleiben indes mehrheitlich optimistisch. Von 52 Experten raten 36 zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei knapp 120 Dollar.

Die heutige Hauptversammlung markiert einen Wendepunkt. Mit dem Abgang von Hastings liegt die Verantwortung nun komplett bei den Co-CEOs Greg Peters und Ted Sarandos. Sie müssen beweisen, dass die angehobene Cashflow-Prognose für 2026 krisenfest ist. Liefern sie keine überzeugenden Argumente, droht eine weitere Eskalation mit den unzufriedenen Großaktionären.

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