Netflix Aktie: Reed Hastings verlässt im Juni

Netflix verzeichnet zweistelliges Wachstum, doch die Aktie fällt. Der Ausblick auf die operative Marge enttäuscht, während das Werbegeschäft boomt.

Netflix Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie trotz Umsatzplus im Bärenmarkt
  • Operative Marge enttäuscht im Ausblick
  • Werbeumsatz soll auf drei Milliarden steigen
  • Rückkäufe statt teurer Übernahmen

Netflix wächst zweistellig, während an der Börse Katerstimmung herrscht. Trotz solider Geschäftszahlen steckt das Papier in einem technischen Bärenmarkt fest. Marktbeobachter rätseln, ob die aktuelle Bewertung das Cashflow-Potenzial des Streaming-Pioniers massiv unterschätzt.

Margendruck und Abschiedsschmerz

Der jüngste Kurssturz von rund zehn Prozent markiert einen vorläufigen Tiefpunkt. Das Papier notiert derzeit in einer Spanne zwischen 85 und 87 US-Dollar. Damit liegt der Kurs weit unter seinem 52-Wochen-Hoch von knapp 134 US-Dollar.

Parallel dazu enttäuschte der Ausblick auf das zweite Quartal. Die angepeilte operative Marge von 32,6 Prozent blieb hinter den Erwartungen zurück. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Wert noch bei 34,1 Prozent.

Zusätzliche Unsicherheit schafft eine Personalie in der Chefetage. Mitgründer Reed Hastings wird den Verwaltungsrat im Juni verlassen. Dieser Schritt markiert eine Zäsur in der Führungsstruktur des Unternehmens.

Werbemilliarden als Wachstumstreiber

Optimisten blicken derweil auf das rasant skalierende Werbegeschäft. Bis Ende 2026 will Netflix hier einen Umsatz von drei Milliarden US-Dollar erzielen. Das Wachstum bei den Werbepartnern liegt aktuell bei 70 Prozent im Jahresvergleich.

Das werbefinanzierte Abo-Modell erreicht inzwischen über 250 Millionen monatlich aktive Nutzer. Langfristig soll dieses Segment etwa sechs Prozent zum Gesamtumsatz beisteuern. Das dürfte den durchschnittlichen Erlös pro Nutzer nachhaltig steigern.

Disziplin bei der Kapitalallokation

Trotz der Sorgen um schrumpfende Margen überzeugt die fundamentale Cash-Generierung. Der freie Cashflow belief sich zuletzt auf rund 12 Milliarden US-Dollar. Das Management setzt dabei klare Prioritäten bei der Verwendung der Mittel.

Die Entscheidung gegen eine Übernahme von Warner Bros. Discovery stieß bei wertorientierten Investoren auf Zustimmung. Statt teurer Zukäufe stehen Aktienrückkäufe und die Produktion eigener Inhalte im Vordergrund.

Mit dem Ausscheiden von Reed Hastings im Juni endet eine Ära. Das Management muss nun beweisen, dass die operative Marge im zweiten Halbjahr wieder anzieht.

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