Nach einem deutlichen Kursrückgang seit Jahresbeginn blicken die Marktbeobachter mit sehr unterschiedlichen Erwartungen auf Netflix. Laut Erhebungen von CNN klaffen die Einschätzungen der Analysten weit auseinander. Während das vorsichtigste Kursziel bei 70 US-Dollar liegt, traut die optimistischste Prognose dem Papier einen Anstieg auf 135 US-Dollar zu.
Im Mittel liegt das Zwölfmonatsziel der Experten bei 93,50 US-Dollar. Am US-Markt ging das Papier am Freitag bei 71,14 US-Dollar aus dem Handel. Ausgehend von diesem Niveau impliziert die Spanne der Schätzungen ein Spektrum von leichten Verlusten bis hin zu einem Kurssprung von fast 90 Prozent.
Druck auf den Aktienkurs im laufenden Handel
Auch an den europäischen Handelsplätzen spiegelt sich die Zurückhaltung der Investoren wider. Im deutschen Handel schloss die Aktie am Freitag bei 62,42 Euro, was einem Tagesminus von 1,0 Prozent entsprach. Auf Sicht von 30 Tagen beläuft sich das Minus damit auf 11 Prozent.
Die Skepsis an den Märkten rührt nicht zuletzt von der Frage her, wie nachhaltig der Streamingdienst neue Wachstumsquellen erschließen kann. Zwar wächst der Wettbewerbsdruck im Segment der klassischen Abonnements, doch das Management forciert zunehmend zusätzliche Erlösmodelle jenseits traditioneller Serienformate.
Live-Sport und neue Geschäftsfelder als Hoffnungsträger
Einen zentralen Pfeiler dieser Strategie bildet der Ausbau von Live-Übertragungen. Bei der Ausstrahlung der NFL-Partie zwischen den 49ers und den Rams am 10. September erreichte Netflix im Schnitt 18,5 Millionen Zuschauer, in der Spitze schalteten 21,3 Millionen Menschen ein. Für die Übertragungsrechte an zwei NFL-Partien am ersten Weihnachtsfeiertag hatte der Konzern bereits im Vorjahr 150 Millionen US-Dollar aufgewendet.
Neben dem Sportprogramm setzt Netflix auf physische Erlebniswelten und neue Medienformate. Für das Jahr 2027 plant das Unternehmen die Eröffnung eines weiteren „Netflix House“-Standorts in Las Vegas, womit die Kette drei Zentren umfassen wird. Zugleich werden Video-Podcasts und Videospiele ausgebaut, wenngleich eine spürbare Monetarisierung des Gaming-Portfolios weiterhin auf sich warten lässt.
Programmstrategie zwischen Spitzenplatzierungen und Hürden
Im Kerngeschäft mit Film- und Serienproduktionen konnte Netflix zuletzt einen Erfolg verbuchen. Der am Freitag veröffentlichte True-Crime-Thriller „Unabomber“ mit Russell Crowe kletterte trotz teils verhaltener Kritiken an die Spitze der globalen Streaming-Ranglisten. Das Werk illustriert die anhaltende Anziehungskraft von prominent besetzten Kriminalstoffen auf das weltweite Publikum.
Für künftige Großproduktionen nimmt das Unternehmen viel Geld in die Hand: Für eine geplante Spielfilmadaption aus dem „Gundam“-Universum ist ein Budget von mindestens 110 Millionen US-Dollar vorgesehen.
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