Der Streaming-Pionier Netflix erfährt derzeit eine deutliche Bestätigung seiner langfristigen Strategie durch prominente Investoren. Wie am gestrigen Dienstag bekannt wurde, hat Pershing Square USA eine bedeutende Position in dem Unternehmen aufgebaut.

Der Wiedereinstieg des Hedgefonds markiert einen wichtigen Wendepunkt, nachdem sich die Gesellschaft in der Vergangenheit nach Verlusten vorübergehend zurückgezogen hatte. Die Aktie, die am gestrigen Dienstag bei 69,67 Euro schloss, profitiert von einer Kombination aus starken operativen Kennzahlen und dem rasanten Ausbau des werbefinanzierten Segments.

Investoren-Vertrauen und finanzielle Stabilität

Pershing Square hielt zum Stichtag Ende Juni 3,156 Millionen Netflix-Aktien, was einem Anteil von knapp 5 Prozent des Nettovermögens des Fonds entspricht. Dieser Vertrauensbeweis wird durch die jüngsten Geschäftsergebnisse des zweiten Quartals untermauert.

Netflix konnte den Umsatz auf 12,56 Milliarden US-Dollar steigern und erzielte dabei eine operative Marge von 33,4 Prozent. Das Nettoergebnis belief sich auf 3,40 Milliarden US-Dollar, was eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert von 3,13 Milliarden US-Dollar darstellt.

Für das laufende dritte Quartal gab das Management eine Prognose ab, die einen weiteren Umsatzanstieg auf 12,86 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn je Aktie von 0,82 US-Dollar vorsieht. Parallel dazu setzt das Unternehmen sein massives Aktienrückkaufprogramm fort. Von der insgesamt genehmigten Summe von 25 Milliarden US-Dollar wurden allein im zweiten Quartal 4,7 Milliarden US-Dollar für den Rückkauf eigener Anteile aufgewendet.

Werbe-Abo und Gaming-Inhalte als Wachstumstreiber

Ein zentraler Pfeiler der künftigen Expansion ist das werbefinanzierte Abonnement-Modell. Mit mittlerweile mehr als 250 Millionen monatlich aktiven Nutzern in diesem Bereich ist das Wachstum ungebrochen. Das Unternehmen prognostiziert, dass sich die Werbeumsätze im laufenden Jahr auf rund 3 Milliarden US-Dollar verdoppeln werden.

Bis 2027 plant Netflix, das Werbe-Angebot in 15 weiteren Märkten einzuführen. Sogar die Einführung einer komplett kostenlosen, werbegestützten Streaming-Stufe wird derzeit geprüft, um die Reichweite in spezifischen Regionen weiter zu erhöhen.

Neben klassischen Film- und Serienproduktionen erweist sich die Integration von Gaming-Inhalten als Publikumsmagnet. Eine am Dienstag veröffentlichte Gameplay-Vorschau zum kommenden Videospiel-Blockbuster „Grand Theft Auto VI“ generierte innerhalb kürzester Zeit 31,1 Millionen Aufrufe und erreichte in 87 Ländern die Spitzenposition der Netflix-Charts.

Auch neue Eigenproduktionen wie der Thriller „The Whisper Man“ mit Robert De Niro verzeichneten mit 23,2 Millionen Views am vergangenen Wochenende einen erfolgreichen Einstand.

Analysten-Ziele und Insider-Aktivitäten

Trotz der positiven operativen Entwicklung gab es zuletzt Bewegung auf der Verkäuferseite innerhalb des Managements. Aus einer SEC-Einreichung vom Dienstag geht hervor, dass Reed Hastings nach der Ausübung von Optionen einen weiteren Aktienverkauf plant. Solche Transaktionen sind bei Gründern und Führungskräften nach Kurssteigerungen nicht ungewöhnlich, da die Aktie in den vergangenen 30 Tagen ein Plus von 9,5 % verzeichnete.

Analysten bleiben für den weiteren Verlauf mehrheitlich optimistisch gestimmt. Die Experten von Wolfe Research hoben ihr Kursziel Ende August von 84 auf 95 US-Dollar an und verwiesen dabei auf einen technischen Ausbruch über wichtige Trendlinien.

Morningstar setzt den fairen Wert der Aktie hingegen bei 80 US-Dollar an. Bei einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 291,00 Milliarden Euro bleibt Netflix der dominante Akteur im globalen Streaming-Markt, wobei der Fokus der Anleger nun verstärkt auf der Profitabilität des Werbegeschäfts liegt.