Auf dem Papier sah das erste Quartal gut aus. In der Realität reagierten Anleger mit einem Abverkauf, der den Kurs auf Jahrestief drückte. Das Paradox dahinter: Netflix schlug die Erwartungen — und enttäuschte trotzdem.
Q1-Ergebnis mit einem Haken
Der Umsatz lag mit 12,25 Milliarden Dollar leicht über den Schätzungen von 12,18 Milliarden. Der Gewinn je Aktie traf mit 1,23 Dollar die Prognosen deutlich. Allerdings verzerrt ein Einmaleffekt das Bild erheblich.
Netflix erhielt 2,80 Milliarden Dollar als Abstandszahlung, nachdem das Unternehmen die geplante Übernahme von Warner Bros. abgebrochen hatte. Dieser Sonderertrag trieb das Nettoergebnis auf 5,28 Milliarden Dollar — kein Abbild der operativen Stärke.
Der eigentliche Auslöser für den Kurseinbruch war der Ausblick. Für das zweite Quartal erwartet Netflix 12,5 Milliarden Dollar Umsatz. Analysten hatten 12,6 Milliarden erwartet. Das EPS-Ziel von 0,78 Dollar blieb ebenfalls unter der Konsensschätzung von 0,84 Dollar.
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Reed Hastings verlässt den Aufsichtsrat
Zur schwachen Guidance kam eine Personalnachricht, die zusätzlich belastete. Co-Gründer Reed Hastings gibt seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender ab. Sein Mandat läuft bei der Hauptversammlung am 4. Juni 2026 aus. Er wolle sich künftig auf Philanthropie konzentrieren, teilte das Unternehmen mit.
Rich Greenfield von LightShed Partners sagte gegenüber CNBC, Hastings‘ Abgang „verschrecke Investoren“. Einen Nachfolger hat Netflix noch nicht benannt. Das operative Geschäft bleibt unberührt: Greg Peters und Ted Sarandos führen das Unternehmen seit 2023 gemeinsam als Co-CEOs.
Werbegeschäft wächst, Margen unter Druck
Ein klarer Lichtblick ist das Werbegeschäft. Über 60 Prozent aller Neuanmeldungen in Märkten mit Werbeangeboten entfallen auf den günstigeren Abo-Tarif mit Werbung. Netflix arbeitet inzwischen mit mehr als 4.000 Werbekunden zusammen — ein Plus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2026 peilt das Unternehmen rund 3 Milliarden Dollar Werbeerlöse an, doppelt so viel wie 2025.
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Die Jahresziele stehen. Netflix hält an einem Umsatzkorridor von 50,7 bis 51,7 Milliarden Dollar fest. Die operative Marge soll auf 31,5 Prozent steigen. Den freien Cashflow erhöhte das Unternehmen auf rund 12,5 Milliarden Dollar — maßgeblich wegen der Warner-Abstandszahlung.
Im zweiten Quartal drückt die Konzentration von Contentausgaben auf die erste Jahreshälfte die operative Marge auf 32,6 Prozent. Das entspricht einem Rückgang von 150 Basispunkten gegenüber dem Vorjahresquartal. Ab der zweiten Jahreshälfte soll die Belastung durch Contentabschreibungen nachlassen — und die Margen wieder steigen.
Parallel dazu genehmigte der Aufsichtsrat ein neues Aktienrückkaufprogramm über 25 Milliarden Dollar ohne Laufzeitbegrenzung. Der Kurs reagierte im vorbörslichen Handel am 24. April positiv. Mit einem Schlusskurs von 92,44 Dollar liegt die Aktie rund 31 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Die 32 Analysten, die den Wert abdecken, sehen im Schnitt ein Kursziel von 119,23 Dollar — und werten den Abverkauf damit als übertrieben.
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