Die Newmont-Aktie spaltet derzeit die Experten wie kaum ein anderer Titel. Während eine Großbank das Kursziel massiv anhebt und von weiteren Gewinnen träumt, warnt ein anderes Haus vor Überhitzung. Der Goldproduzent steht damit im Zentrum eines Bewertungsstreits – und das ausgerechnet zum neuen Allzeithoch. Wer hat recht?

Bullische Wende bei RBC Capital

RBC Capital sorgte jüngst für Aufsehen und stufte die Newmont-Aktie von „Sector Perform“ auf „Outperform“ hoch. Noch drastischer: Das Kursziel kletterte von 66 auf 95 Dollar – ein Sprung um fast 44 Prozent. Die Begründung? Optimistischere Annahmen für die Edelmetallpreise. RBC setzt offenbar darauf, dass der Goldpreis-Boom noch lange nicht vorbei ist.

Macquarie bremst die Euphorie

Völlig konträr positioniert sich Macquarie. Die Investmentbank degradierte Newmont von „Outperform“ auf „Neutral“ und vergab ein Kursziel von 72 Dollar. Der Grund: Die Aktie sei in den letzten drei Monaten bereits um 35 Prozent gestiegen und habe damit ihre Branchenkollegen deutlich hinter sich gelassen. Die positive Story sei größtenteils schon eingepreist.

Goldpreis-Rally als Kurstreiber

Tatsächlich profitiert Newmont von einem historischen Goldjahr 2025. Das Edelmetall erreichte neue Rekordstände und bescherte der Aktie seit Jahresbeginn eine beeindruckende Performance. Als einer der Top-Performer im S&P 500 nähert sich der Titel wieder seinen Hochs aus dem Jahr 2022.

Konzernumbau läuft auf Hochtouren

Parallel arbeitet Newmont intern an der Neuaufstellung. Nach der Großübernahme von Newcrest Mining setzt das Unternehmen den Rotstift an und streicht Stellen im Rahmen einer Kostensenkungsstrategie. Moody’s honorierte die Bemühungen bereits mit einem Rating-Upgrade auf A3 und verwies auf verbesserte Kreditkennzahlen.

Die Frage bleibt: Hat die Rally noch Luft nach oben oder ist der Höhenflug beendet?