Am 23. April 2026 legt Newmont seine Quartalsergebnisse vor — und die Erwartungen sind hoch. Der Konsens rechnet mit einem bereinigten Gewinn von 2,38 Dollar je Aktie, fast doppelt so viel wie die 1,25 Dollar im Vorjahreszeitraum. Zuletzt hat der weltgrößte Goldproduzent vier Quartale in Folge die Analystenschätzungen übertroffen, zuletzt im vierten Quartal um satte 24 Prozent.

Kräftige Erholung nach Kursrückgang

Die Aktie hat sich zuletzt deutlich erholt. Nach einem Rückfall unter die 100-Dollar-Marke legte der Titel innerhalb von fünf Handelstagen über 13 Prozent zu und notierte zuletzt bei rund 114 Dollar. Der Haupttreiber: steigende Goldpreise. Große Goldproduzenten mit hohem operativem Hebel auf den Goldpreis profitieren überproportional, wenn Bullion anzieht.

Für das Gesamtjahr 2026 erwarten Analysten einen Gewinn von 8,79 Dollar je Aktie — ein Plus von knapp 28 Prozent gegenüber 2025. Für 2027 prognostizieren sie einen weiteren Anstieg auf 10,34 Dollar.

Goldpreis zwischen Geopolitik und Notenbank

Das makroökonomische Umfeld ist unruhig. Ende März brach der Goldpreis zeitweise um bis zu 8 Prozent auf rund 4.100 Dollar je Unze ein — das Jahrestief 2026 — bevor eine Erholung einsetzte. Auslöser war ein Zusammenspiel aus einer restriktiveren Fed, inflationstreibenden Spannungen im Nahen Osten und einem erstarkenden Dollar. Trumps angekündigte Gesprächspause mit dem Iran stabilisierte die Lage kurzfristig; Spot-Gold notierte zuletzt bei rund 4.480 Dollar je Unze.

Trotz der Volatilität bleiben große Banken optimistisch für den Jahresverlauf. JPMorgan sieht Gold bis Jahresende bei 6.300 Dollar, UBS bei 6.200 Dollar, Goldman Sachs etwas konservativer bei 5.400 Dollar.

Gegenwind aus mehreren Richtungen

Nicht alles läuft rund. Kupfer — ein wichtiges Nebenprodukt im Newmont-Portfolio — verlor im März 2026 knapp 10 Prozent und verzeichnete damit die schwächste Monatsperformance seit über einem Jahr. Hinzu kommen operative Belastungen: Ein Todesfall und unterbrochene Schachtarbeiten in der Tanami-Mine, ungeklärte Probleme im Joint Venture Nevada Gold Mines sowie hohe Steuerzahlungen, die den Cashflow im ersten Quartal belasten dürften.

Für 2026 plant Newmont eine Goldproduktion von rund 5,3 Millionen Unzen — ein bewusstes Produktionstief im Rahmen des laufenden Portfolioumbaus nach der Newcrest-Übernahme und dem Verkauf von sechs kostenintensiveren Minen. Das Unternehmen sichert sich damit Goldreserven für rund zwei Jahrzehnte.

Ausblick auf den 23. April

Der Quartalsbericht wird zeigen, wie stark der hohe Goldpreis die gestiegenen Inputkosten und operativen Sonderbelastungen kompensiert. Gelingt Newmont erneut eine Überraschung nach oben, dürfte das die laufende Kurserholung weiter stützen — zumal die Aktie trotz des jüngsten Anstiegs noch deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 134,88 Dollar notiert.