Der Goldgigant Newmont hat seine Investoren mit einem ernüchternden Ausblick auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Während die Aktie auf Jahressicht noch immer massiv im Plus liegt, deuten die neuesten Unternehmensprognosen auf eine deutlich schwierigere Phase hin. Sinkende Fördermengen und stark steigende Produktionskosten trüben das Bild für die kommenden Monate.

Weniger Gold, höhere Ausgaben

Verantwortlich für den schwächeren Ausblick sind geplante operative Umstrukturierungen in mehreren Schlüsselminen. Besonders die Standorte Peñasquito und Cadia sowie die Nevada Gold Mines liefern weniger Ertrag als ursprünglich erhofft. Infolgedessen rechnet das Management für das Jahr 2026 nur noch mit einer Gesamtproduktion von rund 5,26 Millionen Unzen Gold. Dies setzt den Abwärtstrend nahtlos fort, nachdem die Fördermenge im Gesamtjahr 2025 bereits um 14 Prozent auf 5,89 Millionen Unzen gesunken war. Lediglich die neu in Betrieb genommene Ahafo North Mine kann diese Ausfälle teilweise abfedern.

Die geringeren Verkaufsvolumina schlagen direkt auf die Profitabilität durch. Newmont kalkuliert für 2026 mit sogenannten All-in-Sustaining Costs (AISC) von 1.680 US-Dollar pro Unze. Das entspricht einem deutlichen Sprung gegenüber den 1.358 US-Dollar aus dem Jahr 2025. Neben der geringeren Fördermenge treiben höhere Lizenzgebühren, gestiegene Produktionssteuern sowie aufgeschobene Investitionsausgaben die Stückkosten spürbar in die Höhe.

Wall Street bleibt gelassen

Trotz der operativen Herausforderungen zeigt sich das Papier bisher äußerst widerstandsfähig und verzeichnet auf Sicht von zwölf Monaten ein Plus von knapp 124 Prozent. Auch große Analystenhäuser bewerten die Lage derzeit noch ruhig. Goldman Sachs hob das Kursziel am Donnerstag sogar leicht von 122,30 auf 123,20 US-Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung für den Titel.

Wie stark sich die höheren Kosten und die geringere Produktion tatsächlich auf die Margen auswirken, wird sich zeitnah in den Büchern zeigen. Am Donnerstag, den 23. April 2026, legt Newmont nach US-Börsenschluss die finanziellen Ergebnisse für das erste Quartal vor.