Der weltweit größte Goldförderer Newmont Mining verzeichnete am gestrigen Freitag einen deutlichen Aufschwung. Während der Goldpreis in Richtung der Marke von 4.600 US-Dollar pro Unze kletterte, stieg die Aktie des Bergbaukonzerns im deutschen Handel um 3,1 % auf einen Schlusskurs von 112,70 €. Damit rückt das Papier wieder näher an sein bisheriges 52-Wochen-Hoch von 115,88 €, von dem es aktuell etwa 2,7 % entfernt notiert.

Massive Goldpreisrally stützt den Minensektor

Hintergrund der starken Kursentwicklung ist eine anhaltende Rally an den Edelmetallmärkten. Spot-Gold verteuerte sich am Freitag auf rund 4.600,91 US-Dollar, während Silber die Marke von 69 US-Dollar pro Unze überschritt.

Marktbeobachter führen dies unter anderem auf eine Schwäche des US-Dollars und die Ankündigung des US-Finanzministeriums zurück, Anleiherückkäufe ab September massiv auszuweiten. Diese geldpolitischen Signale sowie die hohen US-Staatsschulden von über 40 Billionen US-Dollar erhöhen die Attraktivität von Gold als Absicherung gegen finanzielle Instabilität.

Parallel zum makroökonomischen Rückenwind optimiert Newmont sein Portfolio. Das Unternehmen veräußerte die ehemalige Mule-Canyon-Mine in Nevada für insgesamt 20 Millionen US-Dollar an Central Nevada Gold.

Zudem wurde Peter Beaven, der früher als CFO für den Rohstoffgiganten BHP tätig war, mit Wirkung zum 1. September zum unabhängigen Direktor ernannt. Er wird künftig dem Prüfungsausschuss angehören und bringt umfassende Branchenerfahrung in die Führungsebene ein.

Institutionelle Investoren auf Einkaufstour

Das Vertrauen professioneller Anleger in die Aktie scheint ungebrochen. Jüngste Meldungen zeigen ein erhebliches Engagement großer Investmenthäuser. So erwarb die Korea Investment Corporation im zweiten Quartal 1,12 Millionen Aktien im Wert von rund 105 Millionen US-Dollar.

Branchenriesen wie Vanguard und BlackRock halten mittlerweile Positionen im Wert von 13,39 Milliarden beziehungsweise 11,29 Milliarden US-Dollar. Insgesamt befinden sich etwa 68,85 % der Anteile in den Händen institutioneller Investoren.

Dagegen stehen vereinzelte Insiderverkäufe aus der Führungsetage. So veräußerte CEO Natascha Viljoen Anfang August 7.764 Aktien zu einem Kurs von 104,00 US-Dollar. Auch CFO Brian Tabolt und EVP Peter Toth reduzierten ihre Bestände im selben Zeitraum. Diese Transaktionen am freien Markt werden jedoch durch die massiven Zukäufe der Fondsgesellschaften volumenmäßig deutlich übertroffen.

Strategische Neuausrichtung und Analystenlob

Analysten bewerten die Aussichten des Konzerns weiterhin positiv. Die Experten der Scotiabank erhöhten ihre Gewinnprognose pro Aktie für das Geschäftsjahr 2026 von zuvor 8,83 auf 8,96 US-Dollar und vergaben ein „Outperform“-Rating mit einem Kursziel von 149 US-Dollar. Demgegenüber steht die Einschätzung von BMO, die ihr Kursziel leicht auf 135 US-Dollar anpassten, aber weiterhin eine moderate Kaufempfehlung aussprechen.

Im zweiten Quartal erzielte Newmont einen Umsatz von 6,12 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn von 2,2 Milliarden US-Dollar. Die operative Marge lag bei knapp 36 %. Für das Gesamtjahr 2026 plant das Unternehmen eine Goldproduktion von 5,3 Millionen Unzen.

Aktionäre können sich zudem auf die kommende Dividende in Höhe von 0,26 US-Dollar je Aktie freuen. Als Ex-Tag für die Ausschüttung wurde der 3. September festgelegt, die Auszahlung ist für den 28. September geplant.