Newmont gerät heute mit einer Tagesbewegung von -5,0% im Sog schwächerer Goldpreise unter Druck. Reuters zufolge steuert Gold auf den stärksten Wochenverlust seit Juni zu. Hinzu kommt eine gestern veröffentlichte Herabstufung durch Freedom Broker. Die besser als erwarteten Quartalsgewinne reichen damit nicht aus, um die Aktie gegen das belastete Umfeld abzuschirmen.

Goldpreis und Kostenrisiken belasten

Höhere Ölpreise schüren laut Reuters Inflationssorgen und Erwartungen, dass die US-Notenbank ihre Zinsen länger hoch halten könnte. Für den Goldproduzenten Newmont bildet diese Entwicklung einen Gegenwind, der unabhängig von den eigenen Geschäftszahlen wirkt.

Freedom Broker stufte Newmont gestern von Kaufen auf Halten herab. Das Analysehaus senkte sein Kursziel von 130 $ auf 116 $. Als Gründe nannte es unter anderem Kosteninflation im australischen Portfolio sowie operative Risiken bei Lihir und Cadia.

Die Analysten verwiesen außerdem auf ein schwächeres relatives Gewinnwachstum und begrenzteres Bewertungspotenzial. Ihre Einschätzung setzt damit einen anderen Schwerpunkt als die jüngsten Ergebnisse: Nicht allein die erreichten Gewinne zählen, sondern auch die Risiken bei der weiteren Umsetzung.

Quartalsgewinn übertrifft die Erwartungen

Für das dritte Quartal 2026 meldete Newmont einen bereinigten Gewinn von 2,20 $ je verwässerter Aktie. Die durchschnittliche Analystenschätzung hatte laut Reuters bei 2,05 $ gelegen.

Der Gewinn übertraf damit die Erwartungen. Die positive Überraschung steht jedoch neben den Bedenken zu Kosten und Betrieb. Ein besseres Quartalsergebnis entkräftet diese Einwände nicht automatisch.

Der Quartalsumsatz stieg laut Reuters um 15% auf 6,36 Milliarden $. Newmont bezifferte den freien Cashflow auf 1,9 Milliarden $.

Auch beim Ausblick meldete das Unternehmen Fortschritte. Newmont erklärte, beim Produktionsziel auf Kurs zu liegen, und verbesserte zugleich seine Kostenprognose.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Newmont weiterhin eine zurechenbare Goldproduktion von 5,3 Millionen Unzen.

Damit hält der Konzern an seinem Förderziel fest. Bei den Kosten zeigt sich der Gegensatz zur Analystenkritik besonders deutlich: Während Newmont seine Prognose verbessert, warnt Freedom Broker vor Belastungen in einzelnen Teilen des Portfolios.

Die jährliche Kostenprognose für 2026 liegt nun bei 925 $ CAS und 1.520 $ AISC je Unze.

Red Chris bringt weiteren Kapitalbedarf

Neben dem laufenden Geschäft bleibt die geplante Entwicklung von Red Chris für Anleger relevant. Newmont erklärte gestern, die Machbarkeitsstudie für das Block-Cave-Projekt stehe kurz vor dem Abschluss.

Eine vollständige Investitionsentscheidung erwartet das Unternehmen Anfang 2027. Die Entwicklungskosten veranschlagt es auf 4,2–4,8 Milliarden $. Darin ist der erwartete kanadische Staatsbeitrag von 500 Millionen CAD$ bereits abgezogen.

Der heutige Kursdruck trifft somit auf ein gemischtes Unternehmensbild: Newmont übertrifft die Gewinnerwartungen und verbessert den Kostenausblick. Gleichzeitig belasten das Goldumfeld, operative Risiken und der geplante Kapitalbedarf die Bewertungsperspektive.