Goldman Sachs hält heute an seiner Kaufempfehlung für Newmont fest. Für die positive Einschätzung sprechen der hohe Mittelzufluss und ein Quartalsgewinn über den Erwartungen. Die Kostenentwicklung setzt der Zuversicht allerdings Grenzen: Newmont erwartet zum Jahresende höhere Stückkosten. Die operative Stärke trägt die Kaufthese deshalb vor allem dann, wenn das Unternehmen seine Ertragskraft trotz dieser Belastung behauptet.
Quartalsgewinn stützt die Kaufthese
Im dritten Quartal 2026 erzielte Newmont einen bereinigten Gewinn von 2,20 US-Dollar je Aktie. Der Analystenkonsens hatte bei 1,94 US-Dollar gelegen. Goldman Sachs zählt große Goldminenunternehmen zu den defensiveren Werten innerhalb des Sektors und bewertet Newmont weiterhin mit „Kaufen“.
Die Ergebnisse liefern dafür einen unternehmensspezifischen Anhaltspunkt: Newmont übertraf die Gewinnerwartungen und erwirtschaftete zugleich erhebliche freie Mittel. Für Anleger verbindet sich damit die Frage, wie viel finanziellen Spielraum das laufende Geschäft für Ausschüttungen und künftige Investitionen schafft.
Der freie Cashflow erreichte im Berichtsquartal 1,9 Milliarden US-Dollar. Der operative Cashflow lag bei 2,8 Milliarden US-Dollar. Zum Septemberende verfügte Newmont über liquide Mittel von 8,8 Milliarden US-Dollar.
Diese Mittel stärken die finanzielle Ausgangslage für Kapitalrückführungen und mögliche Projekte. Seit der vorherigen Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen führte Newmont durch Dividenden und Aktienrückkäufe Geld an seine Aktionäre zurück.
Höhere Stückkosten als Belastungsprobe
Vor rund zwei Wochen senkte Newmont seine Jahresprognose für die nachhaltigen Gesamtkosten je Goldunze, kurz AISC. Die Prognose fiel von 1.680 auf etwa 1.520 US-Dollar je Unze. Im zurückliegenden Quartal hatten diese Kosten bei 1.454 US-Dollar gelegen.
Die verbesserte Jahresprognose bildet den positiven Hintergrund der heutigen Analysteneinschätzung. Der weitere Kostenpfad verlangt jedoch Aufmerksamkeit, weil Newmont für das Schlussquartal wieder eine höhere Belastung je Unze erwartet.
Für das vierte Quartal 2026 rechnet das Unternehmen mit AISC von etwa 1.900 US-Dollar je Unze. Im Jahr 2027 sollen die Stückkosten erneut steigen.
Damit entscheidet sich die Tragfähigkeit der Kaufthese auch daran, wie Newmont die höheren Kosten auffängt. Für die operative Planung spricht die bestätigte Produktionsprognose; für die Gewinnentwicklung bleibt entscheidend, welche Erlöse den steigenden Stückkosten gegenüberstehen.
Investitionsentscheidung als nächster Prüfpunkt
Newmont bestätigte für 2026 eine zurechenbare Goldproduktion von rund 5,3 Millionen Unzen. Parallel prüft das Unternehmen die Block-Cave-Investition bei Red Chris. Eine mögliche vollständig finanzierte Investitionsentscheidung strebt es für Anfang 2027 an, vorbehaltlich der Prüfung.
Damit stehen neben Ausschüttungen auch mögliche langfristige Investitionen auf der Agenda. Der hohe freie Mittelzufluss spricht für Newmonts finanziellen Handlungsspielraum, sofern das Unternehmen diese Stärke bei höheren Stückkosten erhält. Goldman Sachs setzt mit seiner Kaufempfehlung auf diese Ausgangslage; der nächste operative Prüfstein ist die angekündigte Kostenbelastung zum Jahresende.
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