Die Nextracker-Aktie steht nach einem beeindruckenden Kursanstieg von 167% im Jahresvergleich erneut im Rampenlicht – diesmal wegen gleich zweier positiver Analystenbewertungen. KeyBanc Capital Markets stufte das Papier am 10. April 2025 von „Sector Weight“ auf „Overweight“ hoch und vergab ein Kursziel von 142 US-Dollar. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von 34% gegenüber dem aktuellen Kurs von 105,91 US-Dollar.

JPMorgan zog nach und erhöhte das Kursziel von 110 auf 125 US-Dollar, wobei die „Overweight“-Bewertung bestätigt wurde. Auslöser für die Upgrades waren die starken Quartalszahlen zum dritten Geschäftsquartal 2026, die am 9. April 2025 veröffentlicht wurden.

Quartalszahlen sprengen Erwartungen

Der Solar-Tracker-Spezialist überraschte mit einem Gewinn je Aktie von 1,10 US-Dollar – 57% über der Analystenschätzung von 0,70 US-Dollar. Auch beim Umsatz gab es ein deutliches Ausrufezeichen: 909 Millionen US-Dollar standen zu Buche, was einem Plus von 34% gegenüber dem Vorjahr entspricht und die Prognose von 745 Millionen klar übertrifft.

Das bereinigte EBITDA kletterte um 15% auf 214 Millionen US-Dollar. Auf das bisherige Geschäftsjahr gesehen liegt der Umsatz bei 2,68 Milliarden US-Dollar – ein Zuwachs von 32% im Jahresvergleich. Mit 953 Millionen US-Dollar Cash und ohne Schulden präsentiert sich die Bilanz blitzsauber.

Auftragseingang auf Rekordniveau

Besonders bemerkenswert: Das Buch-zu-Rechnung-Verhältnis lag über 1,0, der Auftragsbestand erreichte ein neues Allzeithoch. Der US-Markt zeigte sich robust mit einem Umsatzsprung von 63% gegenüber dem Vorjahr. Europa verzeichnete Rekord-Buchungen und Nextracker expandierte in zwei weitere Länder.

Ein echter Paukenschlag war die Bekanntgabe eines 2,25-Gigawatt-Auftrags für die MENA-Region über das neu gegründete Joint Venture Nextracker Arabia mit Abunayyan Holding. Die Partnerschaft soll künftig bis zu 12 Gigawatt Solar-Kapazität jährlich lokal produzieren und liefern können.

Prognose angehoben – Aktienrückkauf beschlossen

Das Management hob die Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2026 an: Der Umsatz soll nun zwischen 3,425 und 3,5 Milliarden US-Dollar liegen, das bereinigte EBITDA zwischen 810 und 830 Millionen. Beim Gewinn je Aktie rechnet Nextracker mit 4,26 bis 4,36 US-Dollar.

Zusätzlich genehmigte der Vorstand erstmals seit dem Börsengang vor drei Jahren ein Aktienrückkaufprogramm über 500 Millionen US-Dollar für die nächsten drei Jahre. CFO Chuck Boynton betonte, dass organisches Wachstum und mögliche Übernahmen weiterhin Priorität hätten, Rückkäufe aber das Vertrauen in die langfristige Cashflow-Generierung unterstreichen.

Warum Analysten bullish werden

KeyBanc-Analystin Sophie Karp hebt vor allem das wachsende Produktportfolio hervor, das über reine Solar-Tracker hinausgeht. Die Bruttomarge von 33,2% und eine Eigenkapitalrendite von 20,1% sprechen für sich. Das aktuelle KGV von 20,1 liegt zudem deutlich unter dem Durchschnitt vergleichbarer Industrieunternehmen mit hoher Kapitalrendite (29,5).

JPMorgan sieht Potenzial im neuen Arabia-Joint-Venture und würdigt die solide Auftragslage. Allerdings merkt InvestingPro an, dass die Aktie bei aktuellen Kursen möglicherweise bereits überbewertet sein könnte – trotz der positiven operativen Entwicklung.

Zölle belasteten das Ergebnis im dritten Quartal mit 44 Millionen US-Dollar, nach 33 Millionen im Vorquartal. Das Unternehmen arbeitet mit über 25 US-Produktionspartnern und lieferte als erster Anbieter Tracker mit 100% inländischem Content nach US-Treasury-Vorgaben.