Ein unerwartet schwacher Start in das Geschäftsjahr 2027 hat die Aktie von Nike am Freitag belastet. Das Wertpapier gab um 3,6 Prozent nach und ging bei 30,10 Euro aus dem Handel. Ausschlaggebend für die Abgaben waren hinter den Erwartungen zurückgebliebene Umsatzzahlen sowie ein verhaltener Gewinnausblick für das gesamte Geschäftsjahr.

Die Enttäuschung strahlte Medienberichten zufolge auch auf andere Werte aus dem Sport- und Schuhsegment aus, nachdem das Management zudem vor einem bevorstehenden Stellenabbau im kommenden Jahr gewarnt hatte. Während der breite Markt weitgehend stabil blieb, geriet das Papier des Sportartikelherstellers durch die unternehmenseigenen Belastungsfaktoren isoliert unter Verkaufsdruck.

Einbrüche im Direktgeschäft und in China

In dem Ende August abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal verringerte sich der Konzernumsatz um 4 Prozent auf 11,2 Milliarden $. Währungsbereinigt belief sich das Minus auf 5 Prozent. Der Nettogewinn ging zeitgleich um 2 Prozent zurück.

Belastend wirkten sich insbesondere Rückgänge im eigenen Vertriebskanal aus: Die Erlöse bei NIKE Direct sanken um 8 Prozent, während die Marke Converse einen Einbruch um 28 Prozent verbuchte. Auch im wichtigen Markt Greater China brachen die Einnahmen währungsbereinigt um 26 Prozent ein, während die Region EMEA ebenfalls Einbußen verzeichnete.

Unter dem Strich stand im ersten Quartal ein verwässertes Ergebnis von 0,48 $ je Aktie. Für das gesamte Geschäftsjahr stellte der Konzern einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Das bereinigte verwässerte Ergebnis je Aktie bezifferte Nike dabei auf eine Spanne von 1,15 $ bis 1,35 $.

Sparprogramm Pace und skeptische Analysten

Aufgrund der verfehlten Markterwartungen bei Erlösen und Gewinn passte Simon Siegel, Analyst bei Guggenheim, am Freitag seine Bewertung an. Er senkte das Kursziel von 60 $ auf 50 $, behielt seine grundsätzliche Einstufung mit „Buy“ jedoch bei.

Um gegenzusteuern, kündigte der Konzern die mehrjährige Umstrukturierung namens Pace an. Die Initiative umfasst neben Optimierungen der Lieferkette auch organisatorische Anpassungen sowie weitere Straffungen der internen Abläufe. Bis zum Geschäftsjahr 2031 sollen dadurch kumulierte Einsparungen von rund 2,5 Milliarden $ erzielt werden.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen im Zuge dieses Umbaus mit Vorsteuerbelastungen von etwa 0,3 Milliarden $. An der Börse summiert sich der Kursverlust seit Jahresanfang inzwischen auf 42 Prozent. Ausführlichere Einblicke in die finanzielle Planung und die nächsten Wachstumsphasen will das Management am 16. und 17. November auf einem Investorentag geben.