Nike kämpft sich durch eine der schwierigsten Phasen der Firmengeschichte. Während der breite US-Markt von Rekord zu Rekord eilt, steckt der Sportartikel-Gigant tief im Umbau. CEO Elliott Hill versucht, die Marke zurück zu alter Stärke zu führen. Allerdings gestaltet sich der Weg steinig.

Institutionelle Investoren sind gespalten

Das Lager der Großinvestoren zeigt derzeit kein einheitliches Bild. Während der National Pension Service seinen Anteil um knapp zehn Prozent reduzierte, griffen andere Adressen beherzt zu. Eurizon Capital SGR S.p.A. erwarb beispielsweise 2,19 Millionen Anteile. Analysten taxieren das Kursziel im Konsens auf 62,04 US-Dollar, was ein deutliches Aufwärtspotenzial impliziert.

Die operativen Kennzahlen spiegeln die aktuelle Schwächephase wider. Die operative Marge sackte im laufenden Geschäftsjahr auf unter sechs Prozent ab — weit entfernt vom Zehnjahresschnitt von 13 Prozent. Besonders schmerzhaft trifft den Konzern die Entwicklung bei der Kernmarke Jordan, deren Erlöse um 16 Prozent einbrachen.

Parallel dazu wächst der Druck durch aufstrebende Wettbewerber wie Hoka, On und New Balance. Diese Marken gewinnen zunehmend Marktanteile im Performance-Segment, während Nikes Fokus auf Direktvertrieb und Lifestyle-Produkte zuletzt an Schwung verlor. Der Umsatz der Jordan-Sparte sank auf rund 7,3 Milliarden US-Dollar.

Vertrauensbeweis aus der Führungsetage

Trotz der operativen Dämpfer setzen Führungskräfte auf eine Erholung. CEO Elliott Hill und Board-Mitglied Timothy D. Cook kauften in den vergangenen drei Monaten Aktien im Gesamtwert von rund 2,73 Millionen US-Dollar. Diese Insiderkäufe gelten am Markt oft als Signal für eine langfristige Bodenbildung.

An der Börse schlägt sich die Krise deutlich nieder. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 39,60 Euro, was einem Minus von 2,62 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust damit auf über 26 Prozent.

Anleger blicken nun auf den kommenden Monat. Im Juni steht der Ex-Dividenden-Tag für die Quartalsausschüttung von 0,41 US-Dollar je Aktie an. Die Auszahlung erfolgt planmäßig im Juli.