Nike bekommt es gleich an mehreren Fronten zu tun. Neben einem möglichen Sammelklage-Thema rund um Zollrückerstattungen belastet vor allem die schwache operative Entwicklung. Der Aktienkurs spiegelt das längst wider: Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 31,88 Prozent zu Buche, zuletzt notierte die Aktie bei 36,78 Euro.
Im Kern geht es juristisch um eine heikle Frage. Bei großen Handels- und Konsumkonzernen wird geprüft, ob sie mögliche staatliche Zollrückerstattungen an Kunden weiterreichen müssten, wenn sie zuvor Preise wegen der Importzölle angehoben haben. UPS und FedEx sollen sich in solchen Fällen bereits zur Weitergabe der Erstattungen verpflichtet haben. Andere Unternehmen stellen die Anspruchsgrundlage dagegen infrage. Costco hat eine ähnliche Klage bereits angegriffen und argumentiert, die Vorwürfe seien spekulativ.
Schwache Zahlen belasten zusätzlich
Für Nike kommt der Rechtsstreit zur Unzeit. Im jüngsten Quartal lag der Umsatz zwar mit 11,3 Milliarden Dollar fast stabil, unter dem Strich fiel der Gewinn jedoch um 35 Prozent auf 500 Millionen Dollar. Die Bruttomarge sank auf 40,2 Prozent und damit auf ein Fünfjahrestief.
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Der Konzern macht dafür unter anderem die Zölle in Nordamerika verantwortlich. Rund 300 Basispunkte des Margenrückgangs gehen nach Unternehmensangaben auf diesen Effekt zurück. An der Börse trifft das auf ein ohnehin angeschlagenes Bild: Der Kurs liegt fast 47 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch und nur noch knapp über dem Jahrestief.
Hill setzt auf Marke und Handel
CEO Elliott Hill versucht gegenzusteuern, indem er Innovationen stärker betont und die Großhandelspartnerschaften wieder ausbaut. Das ist logisch. Nike braucht mehr Zugkraft im Produkt und im Vertrieb, um die Schwäche in anderen Regionen auszugleichen.
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Hinzu kommen weitere Baustellen. Die Nachfrage in China ist spürbar schwächer, zugleich läuft eine Untersuchung der US-Gleichbehandlungsbehörde EEOC zu Beschäftigungspraktiken. Auch das sorgt für zusätzlichen Druck auf die Aktie, die mit einem 200-Tage-Abstand von minus 30,91 Prozent technisch klar angeschlagen bleibt.
Dividende und Analystenbild
Trotz allem bleibt Nike für viele Marktteilnehmer ein großer Wert mit laufender Ausschüttung. Am 1. Juli ist eine Quartalsdividende von 0,41 Dollar je Aktie vorgesehen, der Ex-Dividenden-Tag liegt am 1. Juni.
Das Analystenbild ist gespalten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 61 Dollar und damit deutlich über dem aktuellen Niveau. Für den Kursverlauf dürfte nun entscheidend sein, ob Nike die Margen wieder stabilisiert und die Zoll- und Nachfragethemen im laufenden Geschäftsjahr eingrenzt.
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