Auf den ersten Blick lieferte Nike im dritten Quartal solide Zahlen ab und übertraf bei den Gewinnen sogar die Schätzungen der Analysten. Eine überraschende Senkung der Umsatzprognose für das kommende Quartal riss die Anleger jedoch umgehend aus ihren Hoffnungen. Steigende Importzölle und ein anhaltend schwaches China-Geschäft offenbaren, wie steinig der Weg zur Besserung für den Sportartikelgiganten tatsächlich ist.
Zölle und Kosten fressen Gewinne
Verantwortlich für die trübe Stimmung ist vor allem der Blick auf die Profitabilität. Obwohl Nike seine Lagerbestände leicht auf 7,5 Milliarden US-Dollar reduzieren konnte, fraßen höhere Produktkosten die erhofften Vorteile direkt wieder auf. Die Bruttomarge schrumpfte auf 40,2 Prozent. Das Management verwies explizit auf höhere Importzölle in Nordamerika, die das Ergebnis trotz einer stabilen Konsumnachfrage in der Region erheblich belasten. Unter dem Strich brach der Nettogewinn um 35 Prozent auf 520 Millionen US-Dollar ein.
Ein Blick auf die einzelnen Segmente zeigt ein stark zweigeteiltes Bild. Während der Umsatz in Nordamerika dank eines wachsenden Großhandelsgeschäfts um drei Prozent zulegte, kämpft der Konzern in anderen Bereichen mit massivem Gegenwind:
- Greater China: Umsatzrückgang von 10 Prozent durch aggressive lokale Konkurrenz und Kaufzurückhaltung.
- Converse: Umsatzeinbruch von 35 Prozent auf 264 Millionen US-Dollar und Rutsch in die Verlustzone.
- Direct-to-Consumer: Rückgang der Direktverkäufe (Nike Direct) um währungsbereinigt 7 Prozent.
Warten auf die Trendwende
Diese durchwachsene Entwicklung spiegelt sich direkt in der neuen Prognose wider. Für das vierte Quartal rechnet Nike nun mit einem Umsatzrückgang von zwei bis vier Prozent, nachdem zuvor noch ein Wachstum angepeilt war. Analysten reagierten prompt und passten ihre Kursziele nach unten an. So senkte JPMorgan die Bewertung auf 52 US-Dollar, während DA Davidson das Ziel auf 46 US-Dollar kappte.
An der Börse sorgte der revidierte Ausblick für einen drastischen Kursrutsch. Die Papiere fielen gestern auf ein neues 52-Wochen-Tief von 38,31 Euro, was einem Wertverlust von rund 29 Prozent seit Jahresbeginn entspricht. CEO Elliott Hill betonte zwar, dass tiefgreifende Maßnahmen zur Gesundung des Unternehmens eingeleitet wurden. Eine spürbare Ausweitung der Margen erwartet das Management angesichts der anhaltenden Logistik- und Zollkosten allerdings frühestens im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027.
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