Die Hoffnungen der Anleger erhalten einen Dämpfer. Nike-CEO Elliott Hill hat klargestellt, dass die Sanierung des Sportartikelriesen mehr Zeit braucht als gedacht. Der volle Effekt der laufenden Restrukturierung wird frühestens Anfang 2027 sichtbar sein. Kernproblem: Fehlende Konsistenz im globalen Geschäft.

Mischbild bei Umsatz und Marge

Im abgelaufenen Quartal drückten vor allem Importzölle auf die Ergebnisse. Die Bruttomarge fiel um 130 Basispunkte auf 40,2 Prozent. Der Gegenwind durch diese Zölle wird nach Einschätzung des Managements bis ins erste Quartal des neuen Geschäftsjahres anhalten.

Die regionale Entwicklung fällt uneinheitlich aus. Nordamerika legte um 3 Prozent auf 5 Milliarden Dollar zu. Ganz anders sieht es in China aus: Der Umsatz in Großchina brach um 7 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar ein. Nike senkt dort aktiv die Lagerbestände. Im laufenden Quartal dürften die Erlöse deshalb weiter sinken.

Personalabbau und Wechsel im Aufsichtsrat

Ende April strich Nike rund 1.400 Stellen, etwa 2 Prozent der weltweiten Belegschaft. Schwerpunkt waren die IT- und die globalen Operationsbereiche. Das Ziel: Konzern-IT zentralisieren, Lieferkette effizienter machen.

Auch personell gibt es eine Veränderung. John Rogers Jr., seit 2018 im Aufsichtsrat, kandidiert bei der Hauptversammlung im September nicht mehr. Er bleibt dem Unternehmen aber als strategischer Berater erhalten.

Analysten halten sich zurück

Die Nike-Aktie notiert am Montag bei 39,23 Euro, kaum verändert zum Freitag. Das Papier liegt damit rund 43 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 68,37 Euro. Auf Jahressicht verliert die Aktie mehr als ein Viertel ihres Wertes.

Die Stimmung bei Analysten bleibt verhalten. Der Konsens lautet auf „Halten“. Viele warten auf den Quartalsbericht, der noch im Juni kommt. Er wird zeigen, ob die Wende langsam greift oder ob der Turnaround noch mehr Zeit frisst – und damit den Aktienkurs weiter belastet.