Der Sportartikelhersteller Nike steht vor einer langwierigen Durststrecke. Am Freitag schloss die Aktie im Handel bei 31,41 Euro. Zuvor hatte das Papier mit 30,80 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert. Vor allem skeptischere Töne zum Zeitplan der geschäftlichen Erholung belasten die Stimmung der Marktteilnehmer.
Analysten dämpfen Umsatzerwartungen
Medienberichten zufolge stufte die Bank of America den Titel am Freitag von Neutral auf Underperform ab. Zugleich senkte das Institut sein Kursziel von 47 $ auf 30 $. Eine spürbare Erholung der Umsätze dürfte sich nach Einschätzung der Analysten bis in das Geschäftsjahr 2028 verzögern.
Parallel kürzte die Bank ihre Gewinnerwartungen. Für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 reduzierte das Institut die Schätzungen für den Gewinn je Aktie um 11 beziehungsweise 12 Prozent.
Dieser Schritt verunsichert Anleger, da das Unternehmen an den Börsen bereits massiv an Boden eingebüßt hat. Seit Jahresanfang summiert sich das Kursminus der Aktie auf 40 Prozent. Der Markt wartet auf Belege für eine tragfähige Trendwende.
Hoffnungsträger im Sortiment
Rückendeckung für den strategischen Kurs kommt aus dem Handel. Laut Reuters erklärte Dominic Platt, Finanzchef des Vertriebspartners JD Sports, am Mittwoch, die Wende sei lediglich eine Frage der Zeit. Als Treiber nannte Platt verbesserte Produktserien wie Vomero und Pegasus. Zudem hob er Nikes verstärkten Fokus auf Laufen, Fußball und Partnerschaften mit Großhändlern positiv hervor.
Dennoch verliert der Konzern an Strahlkraft bei wichtigen Werbeträgern. Am 18. September beendete Fußballstar Kylian Mbappé seine langjährige Partnerschaft mit Nike und unterschrieb beim Konkurrenten On. Der Schweizer Anbieter plant für das Jahr 2027 die Einführung eigener Fußballschuhe.
Dazu kam ein Dämpfer bei Indexfonds: S&P Dow Jones Indices kündigte am 17. September an, Nike im Zuge einer Neugewichtung vor Handelsbeginn am Montag aus dem Leitindex S&P 100 zu nehmen.
Beilegung von Rechtsstreitigkeiten
An anderer Front konnte das Management zumindest juristische Risiken ausräumen. Am Montag einigten sich Nike und der Sportbekleidungshersteller Lululemon darauf, eine Patentklage rund um die Heimtrainings-Technologie Mirror beizulegen. Beide Seiten stimmten einer dauerhaften Klageabweisung zu.
Gleichzeitig sorgte die Tochtergesellschaft Converse für Unruhe. Nach scharfer Kritik zog Converse am Dienstag eine Werbekampagne zurück und entschuldigte sich öffentlich. Die Motive hatten Vorwürfe ausgelöst, Assoziationen zum Ku-Klux-Klan und rassistischer Lynchjustiz zu wecken.
Zwischen Fortschritten bei Kernprodukten und den Belastungen durch vorsichtigere Analystenstimmen bleibt die Lage für Nike herausfordernd. Die kommenden Monate werden zeigen, wie schnell die Neuausrichtung der Produktlinien im Markt greift.
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