Nike dreht an der Kostenschraube. Der Sportartikelkonzern kündigte zu seinen Quartalszahlen ein verschärftes Sanierungsprogramm an, das über die kommenden Jahre Einsparungen von 2,5 Milliarden Dollar bringen soll. Auch Stellen fallen weg.
Zahlen unter den Erwartungen
Der Umsatz sank im abgelaufenen Quartal um vier Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar und blieb damit leicht hinter den Analystenschätzungen zurück. Der Gewinn ging um zwei Prozent auf 712 Millionen Dollar zurück.
Konzernchef Elliott Hill verwies in der Telefonkonferenz auf zurückhaltende Verbraucher. Für das noch bis Ende Mai 2027 laufende Geschäftsjahr stellt Nike einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Im nachbörslichen US-Handel gab die Aktie zeitweise um rund vier Prozent nach.
Ein Tief mit eigenen Wurzeln
Die Krise ist zum Teil hausgemacht. Nike setzte in den vergangenen Jahren stark auf den Direktvertrieb und vernachlässigte dafür den Einzelhandel. Vor allem in den USA nahmen Konkurrenten dem Konzern dadurch Regalplatz ab, die Verkäufe litten.
Das Unternehmen bemüht sich nun um ein besseres Verhältnis zu seinen Handelspartnern. Hill richtet den Konzern zudem wieder stärker auf Sportler aus, nachdem der Lifestyle-Anteil im Sortiment zuletzt gewachsen war.
Ausstrahlung nach Asien
Die Zahlen belasteten auch Wettbewerber. In Hongkong gab die Aktie des chinesischen Rivalen Li Ning am Freitag um 2,6 Prozent nach. Marktteilnehmer lasen aus Nikes Ergebnissen eine schwächere Nachfrage nach Sportartikeln und einen eingetrübten Umsatzausblick heraus. Der Hang-Seng-Index verlor zugleich knapp drei Prozent.
Für Nike selbst steht nun die Umsetzung im Mittelpunkt. Der Konzern muss im laufenden Geschäftsjahr bis Ende Mai 2027 zeigen, dass Sparprogramm und die Rückkehr zum Handel den prognostizierten Umsatzrückgang im hohen einstelligen Bereich auffangen.
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