Jahrelang setzte Nike fast ausschließlich auf den Direktvertrieb und die eigene App. Nun vollzieht der Sportartikelhersteller eine bemerkenswerte Kehrtwende und sucht wieder die Nähe zu klassischen Einzelhändlern. Dieser Strategiewechsel stabilisiert zwar die Umsätze, reißt aber gleichzeitig tiefe Löcher in die Profitabilität des Konzerns.
Großhandel als Umsatztreiber
Im zweiten Geschäftsquartal 2026 verzeichnete das Unternehmen einen leichten Umsatzanstieg von einem Prozent auf 12,4 Milliarden US-Dollar. Verantwortlich für diese Stabilisierung war primär das Großhandelsgeschäft, das um acht Prozent auf 7,5 Milliarden US-Dollar zulegte. Besonders auf dem nordamerikanischen Heimatmarkt zahlte sich die erneute Annäherung an Einzelhandelspartner aus. Dort überschritt das Großhandelswachstum sogar die Marke von 20 Prozent.
Zölle und Online-Schwäche belasten
Die Abkehr vom reinen Direktvertrieb fordert allerdings ihren Tribut. Die direkten Verkaufserlöse fielen um acht Prozent auf 4,6 Milliarden US-Dollar, während das digitale Geschäft sogar einen Rückgang von 14 Prozent verbuchte. Erschwerend kommt hinzu, dass höhere Zölle in Nordamerika die Bruttomarge um 300 Basispunkte auf 40,6 Prozent drückten. In der Folge brach der Nettogewinn im Jahresvergleich um 32 Prozent auf 792 Millionen US-Dollar ein.
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An der Börse spiegelt sich diese gemischte Bilanz deutlich wider. Mit einem gestrigen Schlusskurs von 45,47 Euro notiert das Papier aktuell nur hauchdünn über seinem 52-Wochen-Tief. Um operativ gegenzusteuern, hält das Management unter CEO Elliott Hill die Lieferkette straff und reduzierte die Lagerbestände um drei Prozent auf 7,7 Milliarden US-Dollar. Aktionäre erhalten weiterhin eine stabile Quartalsdividende von 0,41 US-Dollar.
Am kommenden Dienstag, den 31. März 2026, präsentiert Nike nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal. Im Vorfeld haben Analysten ihre Kursziele bereits von 100 auf den Bereich um 90 US-Dollar nach unten korrigiert. Die anstehenden Daten liefern konkrete Anhaltspunkte, inwieweit die Erholung im Großhandel die anhaltenden Margenprobleme bilanziell auffangen kann.
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