Zwei Führungskräfte kaufen Aktien nahe dem Jahrestief, eine Investmentfirma stockt ihre Position um 41,6 Prozent auf — und trotzdem notiert Nike rund 43 Prozent unter dem Jahreshoch. Das institutionelle Interesse ist real. Die Probleme sind es aber auch.
Wholesale wächst, Digital bricht ein
Der Kernkonflikt bei Nike lässt sich in zwei Zahlen fassen: Wholesale-Umsätze stiegen im letzten Quartal um 5 Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar. Nike Direct dagegen fiel um 4 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar — das Digitalgeschäft sogar um 9 Prozent.
CEO Elliott Hill treibt unter dem Label „Win Now“ eine klare Kehrtwende voran. Jahre lang priorisierte Nike den direkten Verkauf über eigene Kanäle. Jetzt holt das Unternehmen Händler zurück, die es zuvor systematisch ausgebremst hatte. Das Wholesale-Wachstum zeigt, dass die Strategie erste Früchte trägt. Das Digital-Minus zeigt, wie teuer der Schwenk kurzfristig ist.
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Margen unter Druck, Prognose gesenkt
Das Quartalsergebnis schlug die Erwartungen: 0,35 Dollar je Aktie statt der erwarteten 0,29 Dollar. Kein Wunder, dass einige Investoren aufhorchten. Allerdings sank die Bruttomarge um 130 Basispunkte auf 40,2 Prozent — vor allem wegen höherer Zölle in Nordamerika. Der Nettogewinn brach um 35 Prozent auf 0,5 Milliarden Dollar ein.
Für das vierte Quartal 2026 rechnen Analysten von Zacks Research nur noch mit 0,09 Dollar je Aktie. Das ist ein deutlicher Rückgang und spiegelt das Misstrauen gegenüber dem Erholungstempo wider.
Hinzu kommt eine strukturelle Belastung: Die Dividende von 0,41 Dollar je Quartal zahlt Nike derzeit aus einem Ausschüttungsverhältnis von über 108 Prozent — das Unternehmen schüttet also mehr aus, als es verdient.
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Regionale Schieflage
Nicht alle Märkte laufen gleich. In Nordamerika wuchs der Wholesale-Kanal um 11 Prozent. In Greater China dagegen sanken die Umsätze um 10 Prozent. Die Erholung ist geografisch ungleich verteilt — und das macht eine verlässliche Gesamtprognose schwierig.
Die Aktie notiert aktuell bei rund 39 Euro und liegt damit nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 36,45 Euro. Seit Jahresbeginn hat der Kurs fast 28 Prozent verloren. Das erklärt, warum CEO Hill am 13. April rund eine Million Dollar in eigene Aktien investierte — und Apple-Chef Tim Cook drei Tage zuvor 25.000 Stück zu durchschnittlich 42,43 Dollar kaufte.
Ob das Insider-Signal ausreicht, um die Trendwende einzuleiten, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Nike das Digitalgeschäft stabilisiert. Die nächsten Quartalszahlen, die das vollständige Geschäftsjahr 2026 abschließen, werden zeigen, ob „Win Now“ mehr ist als ein Slogan.
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